AG 60 plus : MdL Ingo Rust berichtete von Finnland und den USA

Veröffentlicht am 15.04.2009 in AG 60plus

Impressionen aus Finnland vermittelte unser Landtagsabgeordneter Ingo Rust im Anschluss an die Mitgliederversammlung 2009 der Arbeitsgemeinschaft 60 plus im SPD-Kreisverband Heilbronn-Land. „Suomi – das Land der tausend Seen“ betitelte Rust seinen Bildbericht. Doch konkretisierte er, dass es in Finnland exakt 187 888 Seen (über 5 Ar) gibt mit fast 100 000 Binneninseln; entlang der 40 000 km langen buchtenreichen Küstenlänge gibt es noch einmal 73 000 Küsteninseln, meist felsige Inselchen.In dieses durch Seen und Wälder gekennzeichnetes Land, das fast so groß ist wie Deutschland, aber nur halb so viele Einwohner (5,3 Millionen) wie Baden-Württemberg hat, zieht es Ingo Rust immer wieder hin, da seine Frau Friederike „Halb-Finnin“ ist und dort Verwandtschaft und Freunde hat.

Mindestens einmal im Jahr verbringen die Rusts Ferien eine Autostunde nördlich von Helsinki, bei Ojakkala in einer Hütte – eigentlich ein ganz ordentliches Haus – an einem See, 45 Minuten Fahrradfahrt zum nächsten Laden. Im Hochsommer kann man dort sogar baden. Sonst geht die junge Familie mit einem schnittigen Kanus auf Seenfahrt, fängt Krabben oder Fische und sammelt Blau- und Preiselbeeren.

Sauna ist überall obligatorisch. Die gibt es sogar im finnischen Parlamentsgebäude in Helsinki, das Rust bildlich vorstellte. Dort sind drei große Parteien vertreten mit einem Stimmenanteil zwischen 21 und 23 Prozent: das Zentrum, die nationale Sammelpartei und die Sozialdemokraten (SDP) , im Moment die drittstärkste, doch stellt sie seit acht Jahren das Staatsoberhaupt, die populäre Präsidentin Tanja Halonen. Daneben gibt es noch einige kleinere Parteien, darunter die fast immer mit den Sozialdemokraten gehende Schwedische Volkspartei mit 4,5 Prozent, gibt es doch eine starke schwedische Minderheit (5,5 Prozent), wie überhaupt Schwedisch in Finnland als zweite Landessprache geführt wird.

Finnland wurde vom 12. bis 18. Jahrhundert als schwedische Provinz regiert, von 1714 bis 1917 stand das Land unter russischer Herrschaft, ehe es selbstständig wurde. Im Spätherbst 1939 erlebte Finnland einen russischen Angriff, musste trotz tapferer Gegenwehr aber in Sonderfrieden Karelien und andere Grenzgebiet an Russland abtreten, ging 1941 eine Koalition mit Adolf Hitler ein kämpfte aber 1944 im Lappland-Krieg gegen Deutschland. Positive Verbindungen zu Deutschland überwogen jedoch in der finnischen Geschichte bis heute, machte Rust deutlich, hatte doch auch der deutsche Baumeister Carl Ludwig Engel (1778-1840) die Architektur nicht nur der Hauptstadt entscheidend geprägt.

Ingo Rust vermittelte ein persönlich gefärbtes wie allgemein-informierendes Bild von Finnland bis hin zur Religion: ein: 83 Prozent der Finnen gehören zur evangelisch-lutherischen Kirche; in dem den prachtvoll-weißen Dom von Helsinki ist der Altar flankiert von überlebensgroßen Statuen von Luther und Melanchthon.

Drei Wochen verbrachte MdL Ingo Rust im Herbst 2009 in den USA im Rahmen eines International Leadership Visitors Program des US-Außenministeriums für junge europäische Führungskräfte. Darüber berichtet er ebenfalls bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus Heilbronn-Land. Rust gehörte zu einer Gruppe von 21 Personen aus 19 Ländern. Sie seien fast durchweg „links“ gewesen bis auf eine deutsche Mitreisende, eine Juristin aus Bayern, die zum JU-Vorstand gehört. Eingestimmt auf das so ganz andere politisch-demokratische System der USA wurden die Europäer in Washington. Weiter ging es nach New York (United Nations, Grand Zero, historische Stadtführung) und nach Pittsburgh , mitten im „amerikanische Ruhrpott“, wo die jungen Leute mit dem 31 jährigen Oberbürgermeister und mit Gewerkschaftsvertretern zusammen kamen: Sie erfuhren einiges über die gewerkschaftlich gesteuerte Berufsausbildung, über Stadtteilentwicklung und bei der Handelskammer über Wirtschaftspolitik. Ein Flug führte Rust an die Westküste nach Portland im Bundesstaat Oregon mit dem bedeutenden Pazifik-Hafen. Hier musste er nicht nur beim Empfang eines internationalen Vereins über sein Amt und Deutschland referieren, sondern auch einen halben Tag in einer Suppenküche für Minderbemittelte arbeiten. In Denver erlebte Rust den turbulenten Parteitag der Demokraten mit dem ganzen interessanen Umfeld, und schließlich besuchte er noch das Parlament des Bundesstaats Wyoming und die Universität von Boulder.

Für Ingo Rust waren das nicht nur drei erlebnisreiche, sondern auch sehr anstrengende Wochen. „Jeder Tag war mit Terminen durchgetaktet“, vollgestopft mit Informationen, Besichtigungen und Diskussionsrunden, aber auch privaten Einladungen. Fruchtbar waren für ihn aber auch die Kontakte zu den Mitreisenden aus den anderen europäischen Ländern, von denen er so manches über die andere Mentalität und Problemstellung erfuhrt. Nach Rusts Meinung täte der deutschen Verständigung auch ein ähnliches politisches Austauschprogramm mit osteuropäischen Ländern gut.

(Helmut Sauter)

 

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