25.12.2020 in Ortsverein

Jahresrückblick

 

Bald geht das Jahr 2020 zu Ende und die meisten werden es als Krisenjahr in Erinnerung behalten. Viele hatten es sich so nicht vorgestellt, als sie sich an Neujahr 2020 Gedanken über das kommende Jahr gemacht haben. Anstatt der tollen Urlaubsreise, den Festen mit Freunden und Familie und den beruflichen Plänen kam Corona. Das hat alles auf den Kopf gestellt, was wir bisher kannten. Im Gegensatz zu vielen asiatischen Ländern, die SARS von der ersten Ausbruchswelle in 2003 bereits kannten, waren wir in Europa nicht so gut vorbereitet. Der Engpass an Masken, Desinfektionsmittel und Toilettenpapier wird vielen von uns in Erinnerung bleiben. Aber es gibt auch Positives zu berichten. Der Zusammenhalt in der Bevölkerung ist gewachsen und bis auf wenige Ausnahmen tragen die meisten aus Solidarität die Maßnahmen mit, obwohl sie für jeden harte Einschränkungen bedeuten. Die Politik hält mit enormen Finanzmitteln das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben so gut wie möglich am Laufen, Kurzarbeiterregelungen konnten massenhafte Entlassungen verhindern und mit staatlichen Finanzspritzen konnten Impfstoffe in Deutschland entwickelt werden, die jetzt kurz vor der Zulassung stehen. Und obwohl der „Corona Sturm“ noch nicht vorbeigezogen ist, können wir jetzt das Ende, nur noch wenige Monate entfernt, erkennen.  Wenn sich ausreichend viele impfen lassen, könnte sich bereits 2021 wieder zu einem „normalen“ Jahr entwickeln. Eines wissen wir bereits heute: Einfach jemanden die Hand zu reichen, mit einem Wangenkuss begrüßen, die Oma mal wieder in den Arm nehmen oder mal wieder mit Freunden eng feiern, all das werden wir dann mehr wertschätzen als in der Zeit vor der Pandemie. Und auch unsere Kinder werden sich ihr Leben lang an die Zeit erinnern, als Corona kam.

Der SPD Ortsverein Beilstein wünscht allen Mitbürgern ein friedliches Weihnachtsfest und alles Gute und viel Zuversicht für das kommende Jahr 2021.

 

25.12.2020 in Ortsverein

Mehr Innovation braucht das Land

 

Baden-Württemberg ist eines der größten Industriestandorte in Deutschland und eines der wichtigsten in Europa. Unsere Stärke ist der Automobilsektor und der Maschinenbau, aber auch die große Branchenvielfalt mit der umsatzstarken Chemieindustrie, der Elektronik-, Metall-, Papier- und Textilindustrie sowie der Medizintechnik. Die Erfolge beim Tourismus der letzten Jahre zeigen, dass man trotz Industriestandort auch gerne nach Baden-Württemberg kommt.

In der Pandemie, aber auch bei den Herausforderungen durch den Strukturwandel der Automobilindustrie und der Digitalindustrie, sollten wir uns an die Quelle unseres Wohlstands erinnern: Wir sind das Land der Denker und Tüftler. Es war der Erfindergeist eines Carl Benz oder Robert Bosch, welche die heutigen Weltunternehmen begründete. Heute noch zeigen vor allem die zahlreichen mittelständischen Unternehmen, dass wir einen Platz an der Weltspitze verdienen. Aber, damit das auch in Zukunft so erhalten bleibt, dürfen wir unsere Anstrengungen in Bildung und Forschung nicht reduzieren. Wichtig ist zudem, dass wir Menschen mit innovativen Ideen mehr Unterstützung anbieten. Im Wahlprogramm für die Landtagswahl 2021 fordert die SPD eine Stärkung des Innovationstransfers. Eine Landesinnovationsagentur soll bei der Zusammenarbeit von kleinen und mittleren Betrieben unterstützen. Ein Risikokapitalfond, der wirklich über ausreichend Mittel verfügt, soll Gründer*innen bei der Finanzierung in den ersten Jahren ihres Unternehmens unter die Arme greifen. Und eine Landesoffensive „Gründer*innenzentren im Handwerk“ soll die Verbindung zwischen Hightech, Digitalisierung und Handwerk herausstellen. Die SPD will zudem den Ausbau der Kreativwirtschaft stärken, mit mehr Unterstützung für innovative Ideen in den digitalen Medien und bei den Filmschaffenden.  Dabei dürfen wir den Beitrag der  zahlreichen Soloselbstständigen und Freiberufler*innen nicht vergessen, von denen viele diese Tage um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen.

Das Land Baden-Württemberg kann keine Innovation beauftragen, aber es kann denjenigen unter die Arme greifen, die gute Ideen haben. Dabei sollten wir stärker auf Risiko setzen. Weltfirmen wie Facebook sind aus einer einfachen Dating Applikation entstanden, die ersten Apple Computer wurden in einer Garage zusammengebaut und der reichste Mann der Welt, Jeff Bezos, hat sein Vermögen 1994 durch einen Onlinebuchhandel „Amazon.com“ begründet. Wir müssen in Baden-Württemberg ähnliche Bedingungen schaffen, die insbesondere der Digitalindustrie in den USA und Asien zur Verfügung stehen. Das Land muss zeigen, dass „Denken und Tüfteln“ auch in Zukunft noch einen Stellenwert haben.

 

11.12.2020 in Ortsverein

Die Corona Krise geht in die Verlängerung

 

Deutschland hat die letzten Jahre gut gewirtschaftet und durch die solide Haushaltspolitik stehen Deutschland so viele Mittel zur Bewältigung der Corona Krise zur Verfügung wie kaum einem anderen Land in Europa. Damit das so bleibt, plant Finanzminister und Kanzlerkandidat der SPD Olaf Scholz für 2021 die Aufnahme weiterer Schulden von über 160 Milliarden Euro. Ob das reichen wird, ist nun vom weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens abhängig. Bundeskanzlerin Merkel hat schon mal vorsichtig angedeutet, dass die Mittel des Bundes nicht endlos sind. Geht es nach dem COVID-19 Simulator im Internet, so werden wir erst Ende März unter die Inzidenz von 50 fallen, wenn wir mit dem Lockdown Light so weitermachen (Weihnachten und Silvester noch nicht eingerechnet). Die Bewältigung der Krise scheint wie Luftanhalten zu sein, am Anfang ist es noch leicht, aber zum Ende wird es immer schwieriger durchzuhalten. Daher mehren sich die Stimmen, die nach dem Vorbild vieler asiatischer Länder, einen härteren Lockdown befürworten, um dafür schneller zum Alltag zurückkehren zu können. 

Jedoch ausschlaggebender für den Erfolg von Maßnahmen ist, dass alle Bürger mitziehen. Der Lockdown Light hat bisher nicht, wie gehofft, zur Reduktion der Kontakte um 75% geführt, sondern nicht einmal die Hälfte erreicht. Daher verharren wir weiter auf einem hohen Niveau von Neuansteckungen. Es finden immer noch viel zu viele Kontakte statt, die es dem Corona Virus ermöglichen sich weiter auszubreiten.  Nur, somit ziehen sich die schmerzhaften Beschränkungen immer mehr in die Länge.

Enttäuschend ist das Verhalten einer demokratischen Oppositionspartei im Bundestag. Während ihr Fraktionsführer im April die Masken noch als „mittelalterlich“ abgetan hat, werden sie nun zum Allheilmittel beim Schutz volatiler Bevölkerungsgruppen. Die Vorschläge, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu isolieren, könnten aber von vielen als falsches Signal verstanden werden. Denn Corona ist nicht nur ein Problem für die Bewohner von Altersheimen, sondern betrifft die ganze Bevölkerung. Zur Risikogruppe, also den besonders gefährdeten Menschen, gehören laut RKI 30 - 40% der Bevölkerung, also etwa 27 Millionen Menschen. Diese zu isolieren, mit Taxigutscheinen und FFP2 Masken zu versorgen, ist ein unmögliches Unterfangen. Und auch beim Rest verläuft COVID-19 oft nicht so mild, wie oft suggeriert. Wer verantwortungsvolle Oppositionspolitik machen möchte, der sollte sich auch über Wirkungen im Klaren sein. Zum „Querdenken“ war im Sommer, bei geringen Infektionsgeschehen, genügend Zeit. Aber jetzt, inmitten der größten Krise seit der Gründung der Bundesrepublik, die das Leben vieler Mitbürger und unseren Wohlstand gefährdet, sollten alle demokratischen Parteien an einem Strang ziehen. Das Signal der Politik an die Bürger sollte sein, dass es bis zu einem Impfstoff nur ein wirksames Mittel gegen COVID-19 gibt, und das ist die Reduktion der Ansteckungswege. Neben den Hygienemaßnahmen bedeutet dies nun einmal die Reduktion von Kontakten, und zwar für alle Altersgruppen. Denn das Corona Virus ist beim Alter seines Wirtes nicht wählerisch, es nimmt alles, was ihm angeboten wird, um sich zu verbreiten.

 

05.12.2020 in Ortsverein

Gute Nachrichten zu den Skandalen in der Fleischindustrie

 

Der eine oder andere erinnert sich wahrscheinlich noch an die Berichterstattung zu den massenhaften Corona Fällen bei der Firma Tönnies im Juni 2020. Trotz widerlicher Arbeitsbedingungen, die bereits seit Jahren durch die Presse bekannt waren, wurde bei Tönnies und anderen Unternehmen der Fleischindustrie unverhohlen weitergemacht. Vor allem undurchsichtige Firmenkonstrukte und Arbeitskräfte aus Osteuropa machten es den Behörden oft schwer durchzugreifen. Damit soll jetzt Schluss sein.  Nach zähem Ringen einigten sich jetzt Union und SPD auf einen Kompromiss, der noch im Dezember zur Lesung in den Bundestag eingebracht werden soll. Damit steigen die Chancen für ein klares Signal gegen die Ausbeutung in der Fleischindustrie.

Mit dem neuen Gesetz werden Werkverträge im Kernbereich der Fleischindustrie genauso verboten, wie die Leiharbeit beim Schlachten und Zerlegen. In der Fleischverarbeitung gilt auch ein grundsätzliches Verbot der Arbeitnehmerüberlassung. Somit können sich Tönnies und Co. zukünftig nicht mehr so einfach aus der Verantwortung für die Missstände stehlen. Die elektronische und manipulationssichere Aufzeichnung der Arbeitszeit wird zur Pflicht gemacht, damit Höchstarbeitszeiten und Mindestlohnvorschriften nicht mehr unterlaufen werden können. Und mit höheren Bußgeldern sollen die Behörden mehr Druck gegen Regelverstöße ausüben können. Das Gesetz soll auch zu einer Verbesserung in der Unterbringung der meist ausländischen Arbeitskräfte führen, auch dann, wenn die Unterkünfte außerhalb des Betriebsgeländes liegen. Die Bilder aus dem Sommer mit Sammelunterkünften aus Behelfs-Containern oder Zimmern mit wenigen Quadratmetern soll es so zukünftig nicht mehr geben dürfen.

Für die Durchsetzung der neuen Verordnungen sollten sich die zuständigen Länder mehr ins Zeug legen. Insbesondere der neulich vom MDR aufgedeckte Tierquälerei-Skandal in einem Biberacher Betrieb zeigt die schweren Lücken in Baden-Württemberg.  Nach Gärtringen und Rottweil ist Biberach nun der dritte Fall innerhalb von nur drei Monaten, der durch Medien und Tierschutzorganisationen aufgedeckt wurde, und nicht durch die Kontrollen des Landwirtschaftsministeriums. Der zuständige Minister Hauk steht dazu noch in der Kritik, weil er ein Zwangsgeld gegen einen Schlachthof gestoppt hatte. Hier gibt es noch viel Verbesserungsbedarf, insbesondere in einem von den GRÜNEN geführten Bundesland.

 

24.11.2020 in Ortsverein

Immer mehr multiresistente Keime in Fleisch

 

Eine von der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation Germanwatch (germanwatch.org) in Auftrag gegebene Studie kommt zu besorgniserregenden Ergebnissen. Mehr als jede zweite Hähnchenfleischprobe aus den drei größten Geflügelkonzernen Europas ist mit Resistenzen gegen ein oder sogar gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig belastet. Im Schnitt schleppt mehr als jedes dritte Hähnchen  sogar antibiotikaresistente Krankheitserreger mit Resistenzen gegen Notfall-Antibiotika (Reserveantibiotika) in die Lebensmittelkette ein. Diese Ergebnisse sind alarmierend, da der Anteil der antibiotikaresistenten Funde in Fleischproben seit Jahren stetig ansteigt.

Die Nachfrage der Konsumenten nach billigem Geflügelfleisch und Produkten kann nur durch eine auf Kosten getrimmte industrielle Tierhaltung befriedigt werden. Dies führt aber unweigerlich zu Haltungsbedingungen, die nur noch durch den Einsatz von Antibiotika, und zunehmend auch Reserveantibiotika, möglich sind. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit 70% bis 80% aller Antibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt werden. Somit wird deutlich mehr Antibiotika in der Tiermast eingesetzt als in der Humanmedizin. Bedenklich ist auch, dass viele Mastbetriebe ohne den Einsatz von Antibiotika gar nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können. Wir steuern somit aber in einen Teufelskreis, der mit immer neueren Antibiotikaresistenzen eine Tierhaltung nach heutigen Maßstäben unmöglich machen wird. Den Preis bezahlen bereits heute Patienten, die unter multiresistenten Keimen leiden. Schätzungsweise 33.000 Menschen davon versterben in Europa jährlich, weil Antibiotika nicht mehr wirken.

Wir müssen unseren Fleischkonsum überdenken. Das Angebot von billigem und massenhaft verfügbarem Fleisch bezahlen wir zunehmend mit unserer Gesundheit. Wie auch von Germanwatch berichtet, treffen wir in den Fleischprodukten aus den Märkten immer häufiger auf multiresistente Erreger. Die Ansteckungsgefahr steigt stetig an. Zudem birgt die industrielle Tierhaltung ein hohes Potenzial für zukünftige Pandemien, wie man auch eindrucksvoll an dem Fall der dänischen Nerze erkennen kann, die ein mutiertes SARS-CoV-2 Virus auf den Menschen übertragen haben. Die Größenordnung der Folgekosten einer Pandemie lässt sich am Beispiel der aktuellen Corona Pandemie ermessen. Nur durch Billionen Euro Beträge lassen sich die Folgen der Pandemie abfedern. Wer aus der aktuellen Corona Pandemie lernt, der sollte jetzt alles tun, um zukünftige Pandemien zu verhindern.

Die SPD fordert bereits seit Jahren einen Paradigmenwechsel. Aspekte wie Tierwohl, ausgewogene Vergütung der Mäster, Klimaschutz, gute Arbeitsbedingungen in den Schlachtbetrieben und antibiotikafreie Tierhaltung müssen stärker berücksichtigt werden. Der Einsatz von Reserveantibiotika soll ganz verboten werden, Antibiotika nur noch wenn absolut notwendig. Nur so können wir eine Post-Antibiotika Apokalypse abwenden.

 

18.11.2020 in Ortsverein

Klatschen alleine reicht nicht

 

Wir erinnern uns noch an die Zeit im Frühjahr, als wir den Pflegekräften und Mitarbeitern im Gesundheitsdienst jeden Abend mit Klatschen unseren Dank und Respekt gezollt haben. Unter Einsatz ihrer Gesundheit waren sie für ein paar Wochen die Helden der Nation. Das hielt aber nicht lange und schon im Sommer mussten sie für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und Bezüge kämpfen. Selbst die von Gesundheitsminister Spahn zugesagte Corona-Prämie kam erst nach einem öffentlichen Aufschrei. Dabei ist die Situation der Pflegekräfte in Deutschland schon seit Jahren bekannt. Schlechte Arbeitsbedingungen und Entlohnung haben dazu geführt, dass der Beruf der Pflege unattraktiv geblieben ist. So fehlen alleine für die COVID-19 relevanten Intensivbetten nach Angaben von Ärztevertretern und Kliniken etwa 3.500 bis 4.000 ausgebildete Pflegekräfte. Viele der Zusatzbetten, die für die Betreuung der COVID-19 Patienten vorsorglich aufgebaut wurden, können mangels Pflegekräfte nicht genutzt werden. Daran hat sich seit dem Frühjahr nichts geändert.

Um den Beruf in der Pflege attraktiver zu machen, fordert die SPD für die Pflegebranche höhere Gehälter in der Fläche und bessere Arbeitsbedingungen. Dafür braucht es einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag. Der muss auch wichtige Rahmenbedingungen wie Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, Weihnachtsgeld oder den Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge regeln. In der Vergangenheit haben sich viel zu viele Arbeitgeber durch eine Tarifflucht diesen Rahmenbedingungen entzogen, mit dem Resultat einer massiven Unterbesetzung in der Pflege. Und das bekommen wir jetzt in der Corona Krise zu spüren. Die SPD fordert daher die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen für die Pflegebranche und attraktivere Arbeitsbedingungen. Klatschen alleine reicht nicht.

 

02.11.2020 in Ortsverein

Corona Skeptiker teilen Flugblätter in Beilstein aus

 

Wie bereits in anderen Gemeinden werden zurzeit auch in Beilstein Flugblätter des Sinsheimer Arztes Dr. Schiffmann ausgetragen. Ziel des Flugblattes ist es, Menschen zu verunsichern und die von der Regierung betroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie infrage zu stellen. Die Flugblätter sind nicht nur inhaltlich fragwürdig, sondern sie sind auch im Kampf gegen die rapide Ausbreitung des SARS-COV-2 Virus kontraproduktiv. Wer sich von den Behauptungen ermutigt fühlt, den Anordnungen und Geboten zur Pandemiebekämpfung nicht zu folgen, der trägt unter Umständen zu einer Verschlimmerung der Situation und zu möglicherweise noch drastischeren Maßnahmen bei (siehe unsere Nachbarländer).

Inhaltlich wurden die Flugblätter von Dr. Schiffmann bereits mehrfach widerlegt. So behauptet er, die hohe Zahl von positiven Fällen wäre ein Ergebnis von mehr Tests. Das ist nicht richtig, während die Zahl der PCR Tests etwa konstant bleibt, verdoppelt sich zurzeit die Zahl der Positivfälle alle 1 bis 2 Wochen. Auch liegt die Genauigkeit der Tests (Spezifität) der Labore laut mehrerer Kontrolluntersuchungen bei über 99,9% und nicht bei 98%, wie Dr. Schiffmann behauptet. Dr. Schiffmann behauptet, es gäbe kaum einen Anstieg der Toten in der zweiten Welle. Auch das ist bereits überholt, die Zahl steigt. Ein Blick in die tägliche Statistik zeigt: der Anstieg kommt nur zeitversetzt. Während im Sommer vor allem Jüngere unter 60 Jahren sich ansteckten, nimmt die Zahl der Erkrankten in den Risikogruppen wieder zu, und die Krankenhäuser füllen sich zurzeit mit Corona Patienten. Erste Prognosen des RKI sprechen für den November von 500 bis 800 Toten durch Corona, wöchentlich. Auch hier liegt Dr. Schiffmann falsch.

Er behauptet auch, dass Alltagsmasken nicht vor Ansteckung schützen. Das ist teilweise richtig, diese Masken reduzieren lediglich das eigene Ansteckungsrisiko. Dazu waren sie aber auch nie gedacht. Alltagsmasken sollen das Risiko einer Ansteckung der anderen Mitmenschen senken. Sie sind nur eine Ergänzung der Schutzmaßnahmen, gedacht für Situationen in denen nicht ausreichend Abstand eingehalten werden kann. Auch das wurde bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen.

Dr. Schiffmann behauptet weiterhin, eine Impfung gegen Corona wäre nicht notwendig und könnte alleinig durch die Stärkung des Immunsystems vermieden werden.  Die Impfung gegen das Corona Virus ist in erster Linie für die Risikogruppen relevant, also laut RKI Personen älter als 50 bis 60 Jahre, und Personen mit Vorerkrankungen (entspricht ca. 40% der Bevölkerung). Für diese Menschen ist die Stärkung des Immunsystems keine Option. Und wenn sich diese Risikogruppe letztendlich nur durch Selbstisolation einer Ansteckungsgefahr entziehen kann, dann wird das nicht auf Dauer gelingen. Menschen vereinsamen, soziale Kontakte verkümmern und die Lebensqualität schwindet. Letztendlich hat nur eine Impfung  das Potential dieses Leid zu beenden. Und wer glaubt, das Immunsystem alleinig reicht schon, der irrt.

Auch wenn die jetzt getroffen Maßnahmen hart und bitter sind, sie sind notwendig. Die zweite Welle lässt sich nur brechen, wenn jeder seinen Beitrag zur Verringerung von direkten Kontakten leistet. Je mehr Menschen mitmachen, umso eher wird uns das gelingen. Das ist in Australien, Neuseeland und in Israel bereits geglückt und auch in Belgien und Tschechien sieht es aktuell nach einer Trendwende aus. Corona Skeptiker wie Dr. Schiffmann liegen also falsch, tragen aber möglicherweise zur Verunsicherung in der Bevölkerung bei. Sie bieten letztendlich nur das Potential für noch drastischere und noch langwierigere Maßnahmen. Eines sollte aber auf jeden Fall klar sein: die Corona Pandemie verschwindet nicht, indem man sie verharmlost oder gar einfach ignoriert, auch wenn das manche gerne glauben möchten.

 

31.10.2020 in Ortsverein

Union blockiert beim Arbeitsschutz in der Fleischindustrie

 

Im Frühjahr und Sommer kam es zu zahlreichen COVID-19 Ausbrüchen in deutschen Schlachthöfen wie bei Tönnies im Kreis Gütersloh oder bei Müller Fleisch in Pforzheim. Ursache waren die schlechten Arbeitsbedingungen der Leih- und Werksarbeiter, die größtenteils aus osteuropäischen Ländern stammen. Die Schlachtbetriebe selbst sehen sich nicht in der Verantwortung und verweisen auf die zahlreichen Subunternehmer. Die Corona Krise legt damit nur die Missstände im Arbeitsschutz offen, die schon jahrelang bekannt sind. Die SPD, mit Arbeitsminister Heil, hatte im Sommer angekündigt, mit einem Gesetz die Leiharbeit und Werkverträge in der Fleischindustrie verbieten und die Kontrollen verbessern zu wollen. Arbeitsminister Heil hat Wort gehalten und ein Arbeitsschutzkontrollgesetz vorgelegt. Eigentlich sollte es diese Woche in der Koalition verabschiedet werden, damit es ab 2021 in Kraft treten kann. Nur hat es die Union kurzerhand von der Tagesordnung gestrichen.

Die SPD sieht dringenden Handlungsbedarf. Tausende Menschen haben sich in und um Schlachthöfe infiziert und in Teilen der Fleischindustrie ist die kriminelle Ausbeutung der Beschäftigten leider immer noch an der Tagesordnung. Die Blockade der CDU/CSU hat zur Folge, dass der Profit der Fleischlobby weiterhin über dem Schutz der Beschäftigten steht. Damit setzt sich die Union dem Verdacht aus, sich zu sehr an den Lobbyinteressen der Fleischindustrie zu orientieren.

Auch in Landtag von Baden Württemberg musste sich Landwirtschaftsminister Hauk (CDU) in einer Sondersitzung unangenehme Fragen stellen lassen. Im Frühjahr hat Minister Hauk ein vom zuständigen Landratsamt  gegen einen Schlachthof in Gärtringen verordnetes Zwangsgeld außer Kraft setzen lassen. Das Landratsamt wollte mit dem Zwangsgeld erreichen, dass der Schlachthof seine Weigerung für Verbesserungen beim Tierschutz und in der Hygiene aufgibt. Obwohl die Missstände beim Tierschutz schon seit Jahren bestehen und bereits durch Fernsehbeiträge öffentlich gemacht wurden, hält Minister Hauk an seiner Linie fest. Dass Minister Hauk mit dem Schlachthofleiter politisch verbunden ist, weist er von sich. Auch hier setzt sich die Union dem Verdacht aus, das Interesse der Fleischindustrie über den Tierschutz und die Hygiene zu stellen.

 

05.10.2020 in Ortsverein

EEG Novelle 2021 – wie ernst meint es Peter Altmaier mit dem Klimaschutz?

 

EEG Novelle 2021 – wie ernst meint es Peter Altmaier mit dem Klimaschutz?

Die Europäische Union meint es ernst mit den Pariser Zielen zum Klimaschutz und setzt sich klare Ziele bis 2030. Dazu soll die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen europaweit auf einen Anteil von 32% gesteigert werden. Die EU hat 2018 hierzu eine verbindliche Richtlinie mit Maßnahmen für alle EU Staaten erlassen, die auch in Deutschland bis zum 30. Juni 2021 in nationales Recht umgesetzt werden muss. In der Richtlinie enthalten ist auch das Ziel, Verbraucher an der Energiewende stärker zu beteiligen und die Eigenproduktion und -nutzung zu fördern. Die sogenannte „dezentrale Energieerzeugung“ sieht vor, dass Energie dort erzeugt und gespeichert werden soll, wo sie auch verbraucht wird. Der administrative Aufwand soll auf ein Minimum reduziert werden und die Anlagen sollen kosteneffizient betrieben werden können. Die EU setzt klar damit auf die Beteiligung der Bürger an der Energiewende, denn nur so entsteht die notwendig Akzeptanz für die notwendigen Maßnahmen vor Ort.

Leider ist in der EEG Novelle 2021 von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) davon nichts enthalten. Er setzt auf die sogenannte „zentrale“ Energieerzeugung und betoniert damit klar das Jahrzehnte alte Geschäftsmodell großer Energiekonzerne. Wer zukünftig eigenen Strom erzeugen möchte, dem werden durch die Novelle hohe wirtschaftliche und bürokratische Hürden gesetzt. Durch die Netzbetreiber kontrollierte Regler bestimmen, wieviel Strom von Betreiber abgenommen wird. Auf den Eigenverbrauch wird weiterhin die EEG Umlage erhoben und Stromspeicherung wird nicht gefördert. Großen Anlagen werden ausgeschrieben und der Eigenverbrauch wird untersagt. Besitzer von Altanlagen, die aus der EEG Förderung rausfallen, müssen ihren Strom direkt vermarkten und lediglich für kleine Anlagenbetreiber gibt es bis 2027 eine Unterstützung in der Vermarktung. Danach muss jeder selber schauen, wie er zurechtkommt.

Trotzdem hält Peter Altmaier seine Novelle für einen großen Wurf. Die Zeit für eine breite gesellschaftliche Diskussion hält er nicht für notwendig. Nach der Veröffentlichung des Entwurfs im September hatten die betroffenen Verbände nur wenige Tage Zeit für eine Stellungnahme. Dann wurde es durch das Kabinett verabschiedet und liegt jetzt im Bundestag zur Beratung. Am 1. Januar 2021 soll die Novelle schon in Kraft treten. Es ist absolut unverständlich, warum eine derartig wichtige Gesetzesanpassung mit einer so großen Tragweite für unser Land in Windeseile durchgepeitscht werden muss? Wovor fürchtet sich Peter Altmaier? Fürchtet er eine breite Diskussion über die Ernsthaftigkeit von CDU Versprechen für mehr Klimaschutz, wo doch junge Menschen so zahlreich auf Fridays-for-Future Demonstrationen das Thema für sich entdeckt haben? Hält Peter Altmaier die Bürgerakzeptanz für überflüssig? Hat Peter Altmaier nicht verstanden, dass der notwendige Umbau unserer Schlüsselindustrien nicht aufgehalten werden kann? Am Beispiel der Automobilindustrie sollte ihm doch klar geworden sein, dass wir nach vorne schauen müssen. Dabei hat unser Land eine hohe Innovationskraft und wir hatten schon einmal eine Führungsrolle bei der Erzeugung regenerativer Energien. Seit dem sind 110.000 Jobs in der Photovoltaik und 30.000 Jobs in der Windkraft verloren gegangen. Jetzt droht das Aus für kleine Startups mit innovativen Lösungen für Stromspeicherung.

Die SPD bekennt sich zur dezentralen und ökologischen Energieversorgung mit einer Stärkung der „Bürgerenergie“ vor Ort. Unser Fokus richtet sich auf eine verantwortungsvolle Umweltpolitik und nicht auf die Bilanzen großer Stromkonzerne.

 

31.08.2020 in Ortsverein

Unsere Trinkwasserversorgung hält Stand

 

Der Sommer 2020 war, wie bereits die Sommer der letzten Jahre, gekennzeichnet von geringen Niederschlagsmengen. Wie bereits in 2019 und 2018 war er zu warm und zu trocken gegenüber dem langfristigen Jahresmittel der vergangen Jahrzehnte. Dieser Trend lässt sich mit den Auswirkungen der globalen Erwärmung erklären und wir müssen daher die nächsten Jahre mit weiteren trockenen Sommern rechnen.

Bedingt durch die Trockenheit steigt auch an bestimmten Tagen der Wasserverbrauch aus dem Trinkwassernetz enorm an. Eine Analyse des „Zweckverband Landeswasserversorgung“ für das Trockenjahr 2018 offenbart die möglichen Risiken und Engpässe. Zeitweise waren die Anlagen zur Wasseraufbereitung und Verteilung über 80 % ausgelastet. Das lässt kaum noch Zeitfenster  für  Revisionen,  Wartung  und  Reparaturen. Im Verteilungsnetz waren zudem in 2018 Engpässe auf der Bottwartalleitung feststellbar, an der auch Teile der Beilsteiner Wasserversorgung angeschlossen sind. Die Analyse zeigt, dass die Wasserbereitstellung noch gut Stand hält, aber die nächsten Jahre an die Kapazitätsgrenzen kommen könnte. Es muss daher gehandelt werden.

Sollte es dennoch zu Engpässen kommen, so will das SPD geführte Umweltministerium den lokalen Behörden klare Vorgaben und Orientierungen an die Hand geben. Eine "nationale Wasserstrategie"  soll eine Hierarchie für die Nutzung von Wasser bundesweit festlegen. Für die SPD ist dabei klar, dass die Versorgung der Menschen mit Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen immer die höchste Priorität haben muss. Das Konzept soll in 2021 vorgelegt werden.

Die Analyse des „Zweckverband Landeswasserversorgung“ finden Sie unter:

https://elib.uni-stuttgart.de/bitstream/11682/10816/1/32_Trinkwasserkolloquium_Tagungsband.pdf

 

24.08.2020 in Ortsverein

Warum man von der Corona Warn-App wenig spürt

 

Für viele war sie die Wunderwaffe im Kampf gegen die Corana Pandemie, die Corona Warn-App. Mit bereits mehr als 17 Millionen Downloads eigentlich ein Erfolg. Aber warum spürt man von der Corona Warn-App so wenig, trotz steigender Fallzahlen? Das hat, laut dem Ökonom Gert Wagner (Mitglied des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen) einen einfachen Grund – es gibt noch nicht genügend Smartphones mit einer installierten Corona Warn-App. Damit die App gut wirkt, wird seiner Ansicht nach mindestens die doppelte Anzahl an Installationen benötigt. Das wären dann 34 Millionen Nutzer. Damit wären wir auf eine mögliche zweite Welle besser vorbereitet.

Aktuell hat im Schnitt jeder vierte Erwachsene die Corona Warn-App heruntergeladen. Ob sie aber auch genutzt wird, ist ungewiss. Begegnet ein Infizierter einem Unbekannten, so liegt rein rechnerisch die Wahrscheinlichkeit dass beide Personen die Corona Warn-App nutzen bei 6%. Und selbst bei einer Verdopplung der Installationen auf 34 Millionen steigt diese Wahrscheinlichkeit auf gerade mal 25%. Und das setzt zudem noch voraus, dass Infizierte ihren Positivbefund überhaupt per Corona Warn-App mitteilen. Nach den Berechnungen des Experten wirkt die Corona Warn-App als Wunderwaffe erst ab einer Abdeckung von 80% aller Smartphone Nutzer. Das ist aber mit einer freiwilligen Installation der Corona Warn-App eher nicht erreichbar.

Die Corona Warn-App ist eine sinnvolle Ergänzung im Maßnahmenkatalog zur Eindämmung, wenn man über ihre Wirksamkeit im Bilde ist - wenn die App keinen Kontakt mit einem Infizierten meldet, bedeutet das nicht, dass es keinen gab. Man sollte daher weiterhin die AHA Regeln (Abstand, Hygiene und Alltagsmasken) ernst nehmen und sich nicht nur auf die App verlassen.

Jeder weiterer Nutzer, der die Corona Warn-App auf seinem Smartphone installiert, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie hilft. Daher sollten wir weiterhin Kollegen, Freunde und Verwandte fragen, ob sie die Corona Warn-App schon installiert haben. Dem Argument „damit werden wir überwacht“ sollte man widersprechen, denn der Source Code der App ist im Internet für jeden einsehbar. Manche Arbeitgeber erlauben sogar die Installation auf den „Diensthandys“.  Es gibt also keinen Grund, die Corona Warn-App nicht zu installieren, wenn die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. So kann jeder etwas beitragen.

 

07.08.2020 in Ortsverein

Die „Fahrlässigen“ demonstrieren in Berlin

 

Wir müssen dieses Jahr auf den Besuch in unserem Freibad verzichten, der Einkaufsbummel mit Maske ist beschwerlich und die eine oder andere Urlaubsreise fällt dieses Jahr aus. Wir alle bringen Opfer, um eine weitere Ausbreitung der Corona Epidemie zu verhindern. Wir haben uns auf Generationen verschuldet, um die Auswirkungen der ersten Welle zu dämpfen. Im Herbst werden viele Betriebe in die Insolvenz gehen müssen, dann wenn der gesetzliche Schutz endet. Banken werden unter Umständen in die Schieflage geraten und die öffentliche Hand wird sich jahrelang einschränken müssen. Wir bringen alle diese Opfer, weil wir wissen, dass sich eine zweite Welle noch schlimmer auswirken würde als die erste. Das haben die meisten Bürger verstanden und halten sich diszipliniert an die AHA-Formel (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen). Dennoch gibt es auch welche, die mit den Geboten sorglos umgehen und sie aus einer gewissen Coronamüdigkeit oder –genervtheit ignorieren. Das resultiert dann oft in weiteren Verschärfungen zum Leid aller, wie beispielsweise der Schließung des Breitenauer Sees.

Völlig unverständlich sind die, welche am 1. August in Berlin gegen die Corona Maßnahmen demonstriert haben. Sie sehen sich im „demokratischen Widerstand“ und wollen ihre Freiheiten gegen eine Verschwörung aus Machtpolitkern verteidigen. Mit Demonstrationen will eine Sammlungsbewegung aus ideologischen Randgruppen medial auf sich aufmerksam machen und pfeift bewusst auf die vom Bundesverfassungsgericht bestätigten Auflagen zur Eindämmung der Pandemie. Das hat nichts mehr mit „Querdenken“ zu tun, dass ist Fahrlässigkeit. Viele hielten sich nicht an die Abstandsregeln und trugen auch keine Alltagsmasken. Berichten nach wurden Teilnehmern und Journalisten die Masken heruntergerissen. Berichterstattungen wurden aus Sicherheitsbedenken abgebrochen. Die Demonstration wurde Zu Recht von der Berliner Polizei aufgelöst.

Die SPD wird weiterhin alles Erdenkliche tun, um eine zweite Welle zu vermeiden. Dazu gehört es auch immer wieder an die Bürger zu appellieren, die Hygienemaßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona Pandemie ernst zu nehmen und anzuwenden. So lassen sich letztendlich auch harte Sanktionen, wie in Frankreich, Spanien oder Italien, vermeiden. Wohin es führt stattdessen auf die fahrlässigen „Querdenker“ zu hören zeigt die aktuelle Situation in den USA sehr gut.  Wir sollten dankbar sein, dass es uns bisher nicht so hart getroffen hat wie andere Nationen und diesen Weg weiter verfolgen.

 

25.07.2020 in Ortsverein

Ausweitung des „Investitionszuschuss Barrierereduzierung“

 

„Im Alter zuhause und in vertrauter Umgebung wohnen bleiben können: Das ist ein weit verbreiteter Wunsch vieler älterer Menschen, der leider zu oft nicht erfüllt werden kann. Aber auch ein Unfall kann zum Beispiel dazu führen, dass sich in den eigenen vier Wänden plötzlich schier unüberwindbare Hürden für Menschen mit körperlicher Einschränkung ergeben“, so der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic. „Gerade die Corona-Pandemie, in der viele Pflegeeinrichtungen Kontaktbeschränkungen verhängen mussten, hat uns leider nochmal deutlich vor Augen geführt, welch große Vorteile das 'Zuhause wohnen bleiben können' mit sich bringen kann“, so Juratovic weiter.

Neben anderen Unterstützungsangeboten, stellt der Bund Fördermittel für das KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Wohnen“ (als Kredit)  und „Barrierereduzierung“ (als Zuschuss) zur Verfügung. Leider waren die Fördermittel für das Programm „Barrierereduzierung“ erschöpft und Antragssteller gingen leer aus. Die SPD hat sich für eine Erhöhung des Programms erfolgreich eingesetzt und jetzt eine Aufstockung um weitere 50 Mio Euro auf 150 Mio Euro erreicht. Mit dem KfW Programm konnten alleine im Stadt- und Landkreis Heilbronn letztes Jahr 350 Häuser und Wohnungen gefördert werden. Im ersten Quartal sind bereits 174 weitere Anträge eingegangen. Das verdeutlicht das Bedürfnis vieler Mitbürger in ihren eigenen Wänden wohnen bleiben zu wollen, auch wenn das Alter oder eine Behinderung dies erschweren. Mit der deutlichen Mittelerhöhung im Förderprogramm kommen viele Mitbürger dem altersgerechten Umbau ihrer vertrauten Umgebung jetzt ein gutes Stück näher.

 

08.07.2020 in Ortsverein

Wir brauchen jetzt Hilfe vom Land

 

Um dem größten ökonomischen Einbruch der Wirtschaft seit dem 2. Weltkrieg entgegenzuwirken sind rasche und wirksame Konjunkturprogramme gefragt. Wer jetzt nicht mutig reagiert, der riskiert den Wegfall vieler Arbeitsplätze in Deutschland. Der Bund hat geliefert und wird mit einem 130 Milliarden Konjunkturprogramm die Wirtschaft anschieben.

Leider lässt ein Konjunkturprogramm in Baden-Württemberg auf sich warten. Weil sich CDU und Grüne erst mal nicht einigen konnten, wurde die Ausgestaltung des Programms auf den Herbst verschoben. Ministerpräsident Kretschmann, der sich vor Wochen noch für die Unterstützung der Automobilindustrie mit einer Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotoren stark gemacht hat, hält nicht viel von eigenen kurzfristigen Konjunkturprogrammen. Er möchte erst mal die nächste Steuerschätzung abwarten, bevor er handelt.

Die SPD hält dieses Zögern für fahrlässig. Die Menschen, die Kommunen und die Wirtschaft brauchen jetzt eine Stütze aus dem Land. Die Wirtschaft benötigt eine planbare Perspektive für Investitionen,  die Bürger brauchen Vertrauen in die Zukunft und die Kommunen brauchen Planungssicherheit für ihre Haushalte. Insbesondere in den kommunalen Haushalten, in denen bereits größere Löcher erkennbar sind, werden jetzt Investitionen verschoben und alltägliche Leistungen reduziert.

So ist es nicht verwunderlich, dass kommunale Politiker der CDU ihrem Gewissen folgen und aus Sorge vor den finanziellen Risiken gegen die Öffnung des Freibades votieren. Dabei brauchen die Bürger, insbesondere die Familien, gerade jetzt ein Stück von Normalität. Wochenlange Einschränkungen und der Verzicht auf den Urlaub nagen bei vielen an den Nerven. Und die Nicht-Öffnung des Freibades könnte sogar nur die Spitze des Eisberges sein. Wenn jetzt nicht zügig Hilfe für die Kommunen aus Bund und Land kommt, werden die Haushaltslöcher immer mehr das Leben in den Gemeinden bestimmen.

Wir brauchen jetzt ein Milliarden schweres Landeskonjunkturprogramm. Die Soforthilfen des Landes reichen dafür nicht. Wir brauchen jetzt einen Rettungsschirm für die Kommunen. Es ist für viele nicht nachvollziehbar, dass Airlines wie die Lufthansa mit Milliarden gerettet werden und kommunale Leistungen wie beispielsweise Freibäder beschnitten werden müssen. Das Land unter Führung von Ministerpräsident Kretschmann darf jetzt die Kommunen nicht im Regen stehen lassen und die Last auf Kommunalpolitiker schieben, die sich dann für ihre Gewissensentscheidungen rechtfertigen müssen. Das Zögern der grün-schwarzen Landesregierung ist fahrlässig und in dieser Situation für keinen hilfreich.

 

28.06.2020 in Ortsverein

Was wir von Israel lernen können

 

Ähnlich wie Deutschland hat auch Israel zu Beginn der Corona Pandemie schnell und besonnen reagiert. Die Schließung der Grenzen, der Lockdown in der Wirtschaft und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit resultierten in einer geringen Infektionsrate und wenigen Corona bedingten Todesfällen in Israel. Im Mai gab es dann nur noch wenige Neuinfizierte und das Virus galt als kontrollierbar. Wie auch in Deutschland wurden in Israel im Eiltempo die Maßnahmen gelockert und die Bürger hatten bald den Eindruck, das Virus gäbe es nicht mehr. Es gibt zwar auch in Israel Abstands- und Mundschutzregeln, die wurden aber vielerorts von den Behörden nicht konsequent geahndet. Das rächt sich nun für die Israelis mit einer hohen Zahl von Neuinfektionen. Viele sprechen jetzt vom Beginn der zweiten Corona Welle.

Was wir aus Israel lernen können ist, dass wir weiterhin diszipliniert mit dem Virus umgehen müssen. Es mag der Eindruck entstehen, die Pandemie wäre vorbei und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wären alle überflüssig. Wie wir aber in Israel sehen können, sind geringe Fallzahlen trügerisch. Schnell können sie innerhalb weniger Tage wieder hochschnellen. Wie fragil die Situation ist, das zeigen auch die Fälle in der fleischverarbeitenden Industrie, wie bei Tönnies wo sich innerhalb von drei Wochen mehr als 1.000 Menschen infiziert haben. Auch hier wurden zu lax mit den Hygieneregeln umgegangen.

Interessant an den Zahlen aus Israel ist auch die hohe Zahl von Kindern unter den Neuinfizierten. Vierzig Prozent der neuen Corona Fälle sind Schüler und haben sich vermutlich im Unterricht angesteckt. 200 der 5.000 Schulen in Israel gelten bereits als Hotspots und wurden geschlossen. Kultusministerin Eisenmann tut daher gut, sich jetzt nicht hinsichtlich eines Präsenzunterrichts im neuen Schuljahr festzulegen.

Wie wir aus Israel lernen können, ist der Verlauf der Pandemie weiterhin nicht planbar und bis zu einem Impfstoff oder einem Medikament wird unsere einzige Waffe gegen das Virus unsere Disziplin sein.

 

17.06.2020 in Ortsverein

SPD fordert ein Sofortprogramm für die Kommunen

 

Die Kommunen wurden durch die Corona Krise besonders hart getroffen. Auf der einen Seite brechen Einnahmen weg, auf der anderen Seite steigen die Ausgaben für Sozialleistungen und Gesundheitsschutz. Nach aktuellen Schätzungen (Bund der Steuerzahler, Landkreistag) drohen unseren Kommunen Steuermindereinnahmen von rund 18 Milliarden Euro und zusätzliche Ausgaben von rund sechs Milliarden Euro bis Jahresende. Um die Funktion der kommunalen Infrastruktur zu erhalten und die kommunalen Investitionen nicht zu gefährden, brauchen wir ein Milliarden schweres Sofortprogramm zur Abfederung der finanziellen Mehrbelastungen. Daher fordert die SPD im Landtag einen Schutzschirm für die Baden-Württembergischen Kommunen in Höhe von mindestens 2,5 Milliarden Euro, der anteilig vom Land und vom Bund getragen werden soll.

In Baden-Württemberg spielen die Kommunen eine noch deutlich wichtigere Rolle als in anderen Bundesländern. Hier ist das Rathaus immer erste Anlaufadresse für viele Leistungen der öffentlichen Hand und der Fürsorge. Das hat sich auch in der Corona Krise gezeigt, als ein Löwenanteil der Verantwortung auf Landkreisen, Städten und Gemeinden lastete. Es verdeutlicht, wie wichtig für uns eine funktionierende kommunale Infrastruktur ist. Es darf nicht sein, dass die erfolgreichen Initiativen zur Bekämpfung der Pandemie jetzt Kommunen in den Ruin treiben. Wir brauchen kurzfristig ausreichend Landes- und Bundesmittel, um beispielsweise die digitale Ausstattung der Schulen zu verbessern, um Frei- und Hallenbäder oder um das Angebot zur Kinderbetreuung umfänglich erhalten zu können.

Die SPD fordert das Finanzministerium und kommunalen Landesverbänden zu Gesprächen auf, um unverzüglich Maßnahmen und Kontingente zu bestimmen und eine Beteiligung durch den Bund einzufordern.

 

17.06.2020 in Ortsverein

Konjunkturpaket mit „Wumms“

 

Der Koalitionsausschuss hat sich auf ein Konjunkturpaket von 130 Milliarden Euro geeinigt, um die Konjunktur kräftig in Schwung zu bringen. Die Schwerpunkte sind: Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern, die Kaufkraft stärken für alle mit mittleren und kleinen Einkommen und vor allem für Familien, die Kommunen kräftig unterstützen und kräftige Investitionen in ein modernes Land. Im Paket ist eine sozialdemokratische Handschrift klar zu erkennen, die sich wie schon 2008 zur Bewältigung der Finanzkrise bewährt hat.

Mit gezielten Überbrückungshilfen für besonders betroffene Branchen sollen Jobs gesichert werden und ein Schutzschirm für Ausbildungsplätze soll jungen Menschen eine Perspektive geben. Mit einer befristeten Senkung der Mehrwertsteuer soll die Kaufkraft erhöht und mit einem 300-Euro-Kinderbonus sollen Familien unterstützt werden. Gewerbesteuerausfälle sollen den Städten und Gemeinden ausgeglichen werden, damit die Kommunen weiterhin die Lebensqualität vor Ort aufrechterhalten können.

Besonders wichtig für uns Sozialdemokraten ist, dass ein großer Teil des Konjunkturpakets in die Modernisierung unseres Landes investiert wird. Wir unterstützen Elektromobilität, Zukunftsinvestitionen von Herstellern und Zulieferern werden gefördert und das Netz der Ladesäulen wird zügig ausgebaut. Und wir treiben die Wasserstoff-Technologie voran, bauen die Erneuerbaren Energien weiter aus und unterstützen Kommunen bei der energetischen Gebäudesanierung. Wir wollen mehr in Bildung investieren, zusätzliche Mittel soll es für Schulen, Kitas, Forschung und für die Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung geben.

Mit dem Paket sollen starke Impulse zur Überwindung der Corona-bedingten Wirtschaftskrise gesetzt werden. Jetzt ist eine zügige Umsetzung der Maßnahmen im Parlament, in der Verwaltung, in den Kommunen, in der Industrie und im Handel notwendig, sodass sich die Wirkung des Konjunkturpakets schnell entfalten kann und der „Wumms“ des Pakets richtig ankommt.

 

07.06.2020 in Ortsverein

Durch Corona könnte der Strompreis steigen

 

Um einen Beitrag gegen die globale Erwärmung zu leisten, soll in Deutschland bis 2050 die Energie für Industrie und Haushalte klimaneutral gewonnen werden. Dazu brauchen wir eine deutliche Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch. Heute liegt der gerade mal bei ca. einem Drittel. Hier sind in den nächsten Jahren noch mehr Anstrengungen notwendig, wenn wir das Ziel ‚2050‘ nicht aus den Augen verlieren wollen.

Bezahlt wird der Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung unter anderem durch eine Umlage auf den Strombezugspreis, der sogenannten EEG Umlage oder auch Ökostrom-Umlage. Damit wird den Erzeugern von Ökostrom die Differenz zwischen dem Handelspreis ihres erzeugten Stroms und dem garantierten Abnahmepreis erstattet. Der Nachteil: je günstiger der Strom gehandelt wird, desto höher fällt die EEG Umlage aus. Bedingt durch die zunehmend geringeren Erzeugungskosten von Ökostrom hat dies in den letzten Jahren bereits schon zu Steigerungen des Strompreises geführt. Ein weiterer Anstieg droht jetzt aufgrund der Corona Krise. Aufgrund der Einschränkungen wurde in vielen Betrieben weniger Strom verbraucht, was wiederum einen Preisverfall an den Strombörsen zur Folge hatte. Laut Vergleichsportal Verivox droht aufgrund der gestiegenen EEG Umlage eine Erhöhung der Strompreise von bis zu 7 %. Für eine Familie mit 4.000 kWh Verbrauch bedeutet das schon Mehrkosten von 88 Euro pro Jahr. Auch auf Firmen, die sowieso schon durch die Krise belastet sind, kommen Mehrkosten zu.

Die Verteuerung des Strompreises ist klimapolitisch kontraproduktiv. Die Kosten für die Erzeugung von Ökostrom sollten fairer aufgeteilt werden. In der jetzigen Form der EEG Umlage werden die Kosten sozial ungerecht verteilt, denn wer ohnehin schon auf jeden Cent schauen muss, den trifft die Preissteigerung härter als andere. Zudem gab es letztes Jahr 2.698 Betriebe, die von der EEG Umlage befreit waren. Während diese Betriebe von den sinkenden Stromkosten profitierten, müssen sie sich an den Kosten des Ausbaus des Ökostroms nicht beteiligen. Es gibt für diese Firmen auch keinen großen Anreiz zur Energieeinsparung, da sonst der Abstieg aus der privilegierten Befreiung in die Liga der EEG Umlagekunden droht. Zudem müssten Gesellschaften wie die Zuspitzbahn AG nicht von der EEG Umlage befreit werden. Hier werden letztendlich günstigere Ticketpreise auf alle Stromkunden sozialisiert.  

 

24.05.2020 in Ortsverein

Wir setzen auf Wasserstoff

 

Auch wenn das Thema ein wenig verdrängt wurde, aber die Klimaerwärmung schreitet weiter voran. Leider gilt zu befürchten, dass die enormen Aufwände für die Eindämmung der Corona Schäden den Kampf gegen die globale Erwärmung in Mitleidenschaft ziehen wird. Dennoch hat uns das trockene Frühjahr mal wieder vor Augen geführt, dass das Thema nicht an Brisanz verloren hat.

Um unseren nationalen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen zu leisten, hat sich Deutschland das Ziel gesetzt bis spätestens 2050 klimaneutral zu wirtschaften.  Das wird nur gelingen, wenn uns in allen Bereichen die Bereitstellung von klimaneutraler Energie gelingt. Für Industrie, im Verkehr und im Gebäudebereich bekommt daher Wasserstoff als Energiequelle eine stark steigende Bedeutung. Wasserstoff ist bestens geeignet, um Energie aus erneuerbare Erzeugung wie Windkraft oder Photovoltaik zu speichern und an dem Ort und zu dem Zeitpunkt verfügbar zu machen, wenn sie benötigt wird.

Die SPD fordert einen zügigen Ausbau der Wasserstofferzeugung. In Deutschland wollen wir die Elektrolyseleistung von Wasserstoff mit Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf mindestens 10 Gigawatt erhöhen. Wir fordern mehr Anstrengungen in der Forschung an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Wir wollen, dass im Rahmen der EU Ratspräsidentschaft die europäischen Anstrengungen zur Wasserstoff Erzeugung intensiviert werden und eine enge Verzahnung mit dem europäischen Social Green Deal erreicht wird. Der Import von grünem Wasserstoff soll vielen nicht-EU Staaten eine gesicherte Einnahmequelle ermöglichen, insbesondere den Staaten die über enormes Potential zur Erzeugung aus Photovoltaik besitzen. Die deutsche Industrie könnte die Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff entwickeln und liefern und damit viele zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen. Denn eines ist klar: im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen ist die Erzeugung von Wasserstoff unerschöpflich und kann, wenn klimaneutral erzeugt, bedenkenlos genutzt werden. Deutschland sollte seine Chancen nutzen und rechtzeitig auf diesen Zug aufspringen.

 

09.05.2020 in Ortsverein

Jetzt kommen die ‚Retter der Demokratie‘

 

Jede Krise bringt Veränderungen mit sich. Während die AfD laut Meinungsforscher in der Wählergunst bereits einstellig geworden ist, treiben Populisten schon die nächste Sau durchs Dorf. ‚Widerstand 2020‘ nennt sich eine neue Partei, die sich zur Aufgabe gemacht hat, sich gegen die Maßnahmen der Regierungen zur Bekämpfung des SARS-COV-2 Virus zu stellen. Während sich viele fragen, wann uns endlich ein Impfstoff gegen das Virus erlöst, bringen sich die Impfgegner schon in Stellung. Am letzten Samstag sprach der Mitgründer der Partei ‚Widerstand2020‘ Ralf Ludwig auf einer Demonstration in Stuttgart klare Worte. Der Mann, der seinen ‚Widerstand‘ in der Tradition von Gandhi sieht, befürchtet in der Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes einen Verstoß gegen seine Freiheitsrechte. Er sieht Nachteile für alle, die sich nicht gegen das Corona Virus impfen lassen wollen. Er reiht sich somit  in die Riege der Populisten ein, die Masken und Kontaktverbote mittelalterlich finden, und derer, die das Virus für harmlos halten.

Unbestritten ist, dass die deutsche Wirtschaft unter den Maßnahmen gegen das Virus einen bis dato noch nie dagewesenen Einbruch erlitten hat. Die volle Wirkung wird sich aber in den nächsten Wochen erst richtig zeigen, wenn die Zahl der Insolvenzen in die Höhe schnellt. Wie Bundestagspräsident Schäuble auch schon angemerkt hat, reichen die staatlichen Mittel nicht für ewig. Umso wichtiger ist es, um jeden Preis eine zweite Infektionswelle zu vermeiden, denn ein weiterer Shutdown würde sich noch viel dramatischer auswirken. Es muss daher oberste Priorität sein, die Lockerungen mit Bedacht umzusetzen. Wir dürfen nicht denen glauben, die uns jetzt eine schnelle Rückkehr in unser altes Leben versprechen. Ob der Theaterbesuch, Kino, Urlaubsreisen in ferne Länder, Freibad oder Volksfeste, das alles wird es so erst mal nicht mehr so wie gewohnt geben. Die selbsternannten ‚Retter der Demokratie und Meinungsfreiheit‘ verkennen, dass wirksame Maßnahmen gegen COVID-19 immer mit Beschränkungen einhergehen. Das mussten auch die Briten und Brasilianer schmerzhaft lernen.

Wir bitten die Mitbürger, die Maßnahmen gegen das Virus nicht nur einzuhalten, sondern auch ernst zu nehmen. Wir alle profitieren ausnahmslos, wenn eine weitere Ausbruchswelle vermieden werden kann. Hören wir auf, ständig mit inneren Zweifeln auf andere Länder zu schauen, denn was Deutschland bisher erreicht hat, wird in der Welt bestaunt. Wir dürfen uns nicht von den ‚Querdenkern‘ und ‚Hobby-Virologen‘ verunsichern lassen. Auch wenn die Entscheidungen der Regierungen nicht fehlerfrei und verbesserungswürdig sind, wir sollten uns davon nicht spalten lassen. Diese Demokratie funktioniert sogar sehr gut, jeder kann noch seine Meinung sagen und wir stehen nicht kurz vor einer Machtübernahme. Gehen Sie bitte denen nicht auf den Leim.

 

28.04.2020 in Ortsverein

Christian Lindner wechselt das Lager

 

„Und weil die Zweifel gewachsen sind, Frau Bundeskanzlerin, endet heute auch die große Einmütigkeit in der Frage des Krisenmanagements.“. Mit diesen Worten kündigte der FDP Chef Christian Lindner die Einheitsfront zur Bekämpfung der Corona Epidemie auf. Wie auch AfD-Fraktionschef Alexander Gauland stellt er sich am 23.4. vor dem Deutschen Bundestag gegen den eingeschlagenen Kurs der Bundesregierung. Masken, Distanz und Quarantäne bezeichnet er als "Mittel des Mittelalters" und wirbt dann für "smarte Lösungen". Wie auch Alexander Gauland, warnt Lindner vor den gesundheitlichen Risiken der Corona-Maßnahmen, etwa der Zunahme von Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch mangelnde Bewegung. Dann stellt er die Maßnahmen wie 800qm Regel oder Beschränkungen in der Gastronomie infrage. Die wissenschaftliche Orientierung an der Reproduktionsquote ergibt für ihn keinen Sinn. Die Maßnahmen des Bundes und der Länder bezeichnet er als „Regieanweisungen  der  Politik“. Und ein Hinweis zur „höchsten Steuerquote in seiner Geschichte“ darf natürlich auch nicht fehlen, verbunden mit der reflexartigen Forderung nach Steuererleichterungen, damit  die Bürger ihre „private Vorsorge stärken können“.

Damit reiht sich Christian Lindner in das Konzert der Populisten ein, die in der Krise mit sinkender Wählergunst zu kämpfen haben. Mit seiner Forderung nach einer „alternativen Krisenstrategie“ will er jetzt all die Ungeduldigen abholen, die die Nase von Corona bedingten Einschränkungen voll haben. Aber wie schon bei den Jamaika Koalitionsverhandlungen oder bei der unglücklichen Wahl von Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten, scheint Christian Lindner nicht zu verstehen, dass er damit seine liberale Stammwählerschaft verprellt. Jetzt werden sich viele fragen, wie entschlossen wäre eine Bundesregierung mit FDP Beteiligung in dieser Krise vorgegangen? Hätte Christian Lindner als Minister einer Bundesregierung die harten Maßnahmen mitgetragen? Wie staatstragend ist eine FDP noch? All dies werden sich die Wähler bei der nächsten Bundestagswahl in 2021 fragen.
Christian Lindner wäre gut beraten, die gemeinsame Front gegen das Virus nicht aufzubrechen. Nach dieser Krise bleibt genügend Zeit, um über Versäumnisse und Fehler zu streiten. Jetzt gilt es Besonnenheit zu wahren und den besten Weg aus der Krise zu finden. Und bisher ist Deutschland mit dieser Strategie im internationalen Vergleich gut gefahren.

 

20.04.2020 in Ortsverein

Kurzarbeit für Mitarbeiter der Krankenhäuser

 

Paradox: gerade noch feiern wir die Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern im Kampf gegen die COVID-19 Pandemie als Helden, wir bezeichnen ihre Arbeit als „system-relevant“ und versprechen ihnen zukünftig eine höhere Anerkennung, da wird von vielen Krankenhäuser für Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Vergessen ist, dass sich Mitte April bereits 6.400 von ihnen mit CoVID-19 angesteckt haben, acht von ihnen sind gestorben. Bedingt durch die COVID-19 Krise haben viele Krankenhäuser ihre Kapazitäten angepasst und planbare Operationen, wenn möglich, verschoben. So brechen vielen Krankenhäuser jetzt die Einnahmen weg. Insbesondere für private Krankenhäuser kann dies schnell zum finanziellen Problem werden. Jetzt müssen mal wieder, wie schon oft in der Vergangenheit, die Mitarbeiter der Krankenhäuser die finanziellen Engpässe mit ihrem Einkommen bezahlen. Mit bis zu 60% der bereits schlechten Entlohnung sollen sie mit Kurzarbeitergeld nach Hause geschickt werden. Bis zur nächsten COVID-19 Erkrankungswelle braucht man sie nicht mehr. Dann sollen sie, schlecht ausgerüstet und unterbesetzt, wieder übermenschliches leisten.

Es wird Zeit, diesen Berufen dauerhaft mehr Wertschätzung zukommen zu lassen.  Mitarbeiter im Gesundheitssystem und in der Pflege leisten nicht nur in diesen Tagen unglaubliches. Oft werden sie so schlecht entlohnt, dass selbst nach jahrzehntelanger Beschäftigung die Altersversorgung nicht reicht. Wir brauchen eine ehrliche Diskussion, was uns dauerhaft die Arbeit dieser Kollegen wert ist. Das sollte uns doch spätestens mit der COVID-19 Krise bewusst geworden sein.

Wer wissen will, wie tief ein Gesundheitssystem noch sinken kann, kann dies dieser Tage in Großbritannien sehen. Dort wurde jahrelang an Mitarbeitern und Ausstattung gespart. Jetzt drohen den Briten italienische Verhältnisse mit vielen Toten und einem Kollaps des Gesundheitssystems. Und auch im internationalen Vergleich kann sich die deutsche Krisenbewältigung sehen lassen, nur wenige Länder weltweit haben eine so geringe COVID-19 Sterberate. Sorgen wir dafür, dass die Mitarbeiter, die das ermöglicht haben, auch ein Teil der Anerkennung bekommen. Das sollten sie uns wert sein.

 

05.04.2020 in Ortsverein

Telefonsprechstunde mit Josip Juratovic (MdB)

 

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus steht für viele das Leben auf dem Kopf. Kurzarbeit, KITA und Schulen geschlossen, Ansteckungsgefahr und eine ungewisse Zukunft. Die Sorgen sind groß in diesen Tagen. Umso wichtiger ist es, dass die Politik handlungsfähig bleibt und die richtigen Weichen stellt. Dazu müssen Gesetze im Eiltempo beschlossen und umgesetzt werden. Schafft die Politik das? Wie schnell geht das? Und hilft das auch mir und meiner Familie?

Für all diese Fragen steht Ihnen der Heilbronner Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic in einer telefonischen Sprechstunde zur Verfügung. Nutzen Sie die Möglichkeit mit ihm über Ihre Sorgen und Anregungen zu sprechen. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Die Telefonsprechstunde findet am Donnerstag, den 16. April 2020, zwischen 12:00 und 13:00 Uhr statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erreichen den Bundestagsabgeordneten unter folgender Telefonnummer: 07131/59872-29. Wer den Schriftwechsel bevorzugt, erreicht Josip Juratovic auch gerne unter josip.juratovic.wk@bundestag.de .

 

01.04.2020 in Ortsverein

Rettungsschirm für unsere Kommunen

 

SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch fordert die Kommunen in Baden-Württemberg auf, für die Dauer der Schließungen von Kinderbetreuungseinrichtungen auf die Gebühren zu verzichten. Das entlastet insbesondere diejenigen, die krisenbedingt bereits mit weniger Einkommen über die Runden kommen müssen. Viele sind von Kurzarbeit betroffen oder müssen die Kinderbetreuung selbst in die Hand nehmen. Das bedeutet für die Kommunen aber massive finanzielle Einbußen. Nur für die Schließung der KITA werden landesweit bereits Einnahmeverluste in zweistelliger Millionenhöhe veranschlagt. Dazu kommen für die Gemeinden noch weitere Ausfälle aus kommunalen Einrichtungen und höhere Ausgaben. Durch den prognostizierten Wirtschaftsabschwung ist zudem zukünftig mit geringeren Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen. Die Kommunen stehen jetzt vor gewaltigen Herausforderungen. Andreas Stoch appelliert an das Land, umfangreichere Hilfen für die Kommunen einzuplanen.

Die SPD begrüßt die Soforthilfe des Landes von mehr als 100 Millionen Euro. Diese Mittel ermöglichen den Kommunen Eltern die KITA Gebühren für die Dauer der Schließungen zu erlassen. Aber die Soforthilfe des Landes wird für die Kommunen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Das Land muss zu seiner Verantwortung gegenüber den Kommunen bekennen. Wir brauchen nicht nur einen Rettungsschirm für unsere Unternehmen und Selbständigen, sondern auch einen Rettungsschirm für unsere Kommunen.

 

25.03.2020 in Ortsverein

Gemeinsam schaffen wir das

 

Wichtig in dieser Krise ist neben dem disziplinierten Einhalten von Isolationsregeln, der Hygiene und dem maßvollen Einkaufen auch Abfederung der wirtschaftlichen Folgen. Viele, insbesondere Selbstständige, trifft diese Krise hart. Oft haben sie nur geringe finanzielle Polster und schlittern bald unweigerlich in die Insolvenz. Andere sind von Kurzarbeit betroffen und machen sich Gedanken, wie sie ihre laufenden Kosten von dem gekürzten Einkommen begleichen sollen. Umso wichtiger sind hier die schnellen und unbürokratischen Hilfen des Staates. Finanzminister Scholz hat bereits in einem Nachtragshaushalt für erhebliche Mittel gesorgt und auch der Landtag Baden-Württemberg hat ein  Sofortprogramm verabschiedet. Wichtig ist jetzt, dass das Geld schnell ankommt. In Baden-Württemberg geht dies leider noch zu langsam. Während in Bayern bereits Geld ausgezahlt wird, kann man in Baden-Württemberg jetzt erst seinen Antrag stellen. Wir hoffen, dass die Regierung hier noch einen Zahn zulegen kann.

Bleibt noch an die Beilsteiner Mitbürger zu appellieren maßvoll einzukaufen. Es macht keinen Sinn sich für Monate mit Klopapier, Konserven, Reis und Mehl einzudecken. Denn auch in Beilsteins Läden gibt es leere Regale, zum Nachteil derer, die sich nicht mehr mit dem notwendigsten eindecken können. Es gibt in Deutschland ausreichend Güter, es sind nur die Spediteure und die Mitarbeiter im Einzelhandel, die mit dem Auffüllen nicht mehr hinterherkommen. Bleiben Sie besonnen. „Andrà tutto bene“, zu Deutsch „Alles wird wieder gut“, ist die italienische trotzig-optimistische Grundstimmung in dem schwer gebeutelten Land. Lassen wir uns davon anstecken. Gemeinsam schaffen wir das.

 

25.03.2020 in Ortsverein

Absage von Veranstaltungen der SPD

 

Die SPD in Baden-Württemberg sagt aufgrund der Corona Pandemie alle Veranstaltungen bis Ende April ab. Das betrifft auch die für den 27.3. geplante Mitgliederversammlung des SPD Ortsvereins Beilstein. Die nächste Mitgliederversammlung wird frühestens im Mai oder Juni stattfinden können, insofern dies dann möglich ist. Der Vorstand bittet um Verständnis.

 

18.03.2020 in Ortsverein

Bewährtes Krisenmanagement zahlt sich aus

 

Der Corana Virus hat Deutschland diese Tage fest im Griff. Trotz der steigenden Zahl von Erkrankten hält sich Angst und Panik in Grenzen. Gleichzeitig spürt man eine hohe Solidarität und einen starken Zusammenhalt in der Gesellschaft: Nachbarschaftshilfen  für Ältere und Kranke organisieren sich, wer kann begibt sich in Quarantäne und akzeptiert die drastischen Maßnahmen der Regierung. Wichtig ist das Vertrauen in ein umsichtiges und entschlossenes Krisenmanagement. Gesundheitsminister Spahn koordiniert die Maßnahmen im Gesundheitswesen und die Minister Scholz und Heil federn die wirtschaftlichen Folgen für Firmen und Arbeitsplätze ab. Mit zahlreichen Maßnahmen hat die Regierung bewiesen, dass sie zügig und entschlossen auf veränderte Situationen reagieren kann.

Der Dank gilt jetzt allen Mitbürgern, die in Krankenhäusern, in Arztpraxen, in Uniform, in Transport- und Versorgungsunternehmen sich täglich der Gefahr einer Ansteckung aussetzen. Für sie gibt es nicht wie bei der Influenza einen wirksamen Schutz, sondern sie müssen sich jeden Tag erneut einem hohen Risiko aussetzen.

Wie wichtig eine gute Führung in Krisenzeiten ist sieht man am Beispiel USA. Dort hat Präsident Trump versucht die Corona Ausbreitung zu trivialisieren und beginnt jetzt viel zu spät mit Gegenmaßnahmen. Es wurden viel zu wenig Tests durchgeführt, was die Statistik der Erkrankten verfälscht. Präsident Trump hatte sogar Gelder für die U.S. Seuchenschutzbehörde CDC gekürzt, um sein Steuersenkungsprogramm für Reiche gegenfinanzieren zu können. Das zeigt wieder eindrucksvoll, wie Populisten mit ihren „alternativen Fakten“ schlechte Krisenmanager sind. Am Ende ist man doch glücklich, wenn man sich in einer Krise auf das Altbewerte verlassen kann.

 

15.03.2020 in Ortsverein

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder

 

Sobald ihr Kind das erste Lebensjahr vollendet hat, haben Eltern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Aber das gilt nur bis zur Einschulung. Für Kinder im Grundschulalter besteht der Rechtsanspruch auf Betreuung nicht. Die betroffenen Eltern müssen plötzlich ein Problem lösen: wer betreut mein Kind an den Nachmittagen nach Schulschluss? Das wollen wir ändern. Dazu haben wir den im Koalitionsvertrag mit der Union vereinbarten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter als ‚Ganztagsfinanzierungsgesetz‘ zur Beratung in den Bundestag eingebracht. Es legt die finanzielle Grundlage für den bedarfsgerechten Ausbau von Hort- und Schulinfrastruktur in den Ländern und Gemeinden. Das Gesetz sieht einen Rechtsanspruch der Eltern auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab 2025 vor.

Denn klar ist: Ganztagsförderung für Kinder im Grundschulalter erhöht die Teilhabechancen und ermöglicht eine bessere individuelle Förderung der Kinder. Gleichzeitig unterstützen Ganztagsangebote die Eltern dabei, Beruf und Familie zu vereinbaren.

 

07.03.2020 in Ortsverein

Die Grundrente kommt

 

Das ist eine gute Nachricht für alle, die über 33 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, aber dennoch von ihrer Rente nicht leben können. Sie haben nach dem Willen des Bundeskabinetts künftig Anspruch auf die Grundrente, wenn die Rente zu niedrig ist.  Auch Jahre, in denen die eigenen Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt wurden, werden berücksichtigt. Wer seinen Anspruch auf Grundrente gelten machen möchte, benötigt dafür keine Bedürftigkeitsprüfung. Es reicht dann eine einfache Einkommensprüfung, die von der Rentenkasse und der Finanzverwaltung durchgeführt wird. Das ist für viele ältere Mitbürger eine enorme Erleichterung, da heute bereits zahlreiche Rentner auf eine Aufstockung ihrer Rente verzichten, um das komplexe und entwürdigende Verfahren der Bedürftigkeitsprüfung zu entgehen. Wer möchte gerne dem Amt erklären, dass man sein Leben lang gearbeitet hat und die Rente trotzdem nicht reicht.

Anspruch auf die Grundrente haben ca. 1,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner, davon 70% Frauen.  Das zeigt, dass besonders die Frauen aufgrund ihrer Biographie und geringerer Löhne von Altersarmut betroffen sind. Denn es sind nach wie vor allem Frauen, die Kinder erziehen, die Angehörige pflegen und für geringere Löhne arbeiten. Die Grundrente wird zukünftig eine Form von Anerkennung der Lebensleistung dieser Menschen sein. Wer lange gearbeitet hat, wird künftig im Alter nicht auf die Grundsicherung angewiesen sein!

 

07.03.2020 in Ortsverein

COVID19 hält uns in Atem

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen über die Ausbreitung der Lungenkrankheit COVID19 aus China. Immer mehr Länder berichten von einzelnen Fällen und die WHO warnt vor einer weltweiten Ausbreitung. Dabei ist COVID19 nur ein weiterer Virus, der die letzten Jahre die Weltbevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. SARS, Schweine- und Vogelgrippe sind vielen noch ein Begriff. Wir müssen uns daher die Frage stellen, ob Deutschland für potentielle Notfälle gut gerüstet ist.

Die letzten Jahre wurde im Gesundheitssystem systematisch an Reservekapazitäten gespart. Krankenhäuser verfügen oft nicht mehr über ausreichende Behandlungsmöglichkeiten für Notsituationen größeren Ausmaßes und insbesondere auf Intensivstationen könnten die Betten schnell knapp werden. Gesundheitsämtern steht heute nicht mehr ausreichend Personal zur Verfügung, um das Meldewesen im Falle einer Pandemie zu organisieren. Arzneimittel werden oft nur noch in Asien produziert und eine Verknappung von Antibiotika aus China ist aufgrund von Produktionseinschränkungen schon spürbar.  COVID19 verschärft zudem die bereits angespannte Liefersituation für viele weitere Arzneimittel wie Impfstoffe, Narkosemittel und Schmerzmittel.

Wir würden uns mehr Initiative vom Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wünschen. Die Engpässe im Gesundheitssystem sind schon länger bekannt, COVID19 ruft uns das nur nochmals ins Gedächtnis. Jetzt eine europäische Lösung unter Leitung der EU Kommission in Spiel zu bringen ist von Jens Spahn sicherlich nicht unvernünftig, nur kommt der Vorschlag zum falschen Zeitpunkt, denn die Festlegung und Umsetzung von Maßnahmenpaketen auf EU Ebene sind oft träge und langwierig. In Deutschland fließen jedes Jahr fast 400 Mrd € in das Gesundheitssystem, wir haben knapp 400,000 berufstätige Ärzte und ca.  1,900 Krankenhäuser. Das birgt unserer Ansicht nach ausreichend Handlungsoptionen für einen deutschen Bundesgesundheitsminister.

 

07.02.2020 in Ortsverein

Atomenergie geht in die Verlängerung?

 

Wer sich früher in Beilstein angemeldet bekam als Begrüßungsgeschenk nicht wie andernorts Gutscheine für lokale Geschäfte, Freitickets für den ÖPNV oder einfach ein Geschenk, sondern Kaliumiodid-Tabletten. Die waren für einen Störfall vorgesehen, wenn im Neckarwestheimer Kernkraftwerk GKN Radioaktivität entweicht. Welche Folgen solch eine Havarie haben kann, wurde  2011 nach dem verheerenden Unfall in Fukushima klar. Angela Merkel hat damals die enormen Risiken für Mensch und Natur erkannt und den Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland eingeleitet. Nach diesem Ausstiegsplan soll 2022 das letzte Kernkraftwerk in Deutschland aus dem Betrieb gehen. Dazu gehört auch das GKN II in Neckarwestheim.

Doch aus der Presse konnten wir die letzten Tage vernehmen, dass maßgebliche Kräfte in der Union nach wie vor mit der Atomkraft liebäugeln. Dem wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion nach, würde eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke an der Unionsfraktion nicht scheitern. „Atomausstieg, Aussetzung der Wehrpflicht, Eurokrise und Migrationspolitik: Die Bürger und unsere Parteibasis waren verunsichert. Ich wollte das verändern und neuen Mut geben.“ meint Philipp Amthor, der jüngste Abgeordneter der CDU Bundestagsfraktion in einem BENTO Interview zur Frage nach seiner Motivation in die Politik zu gehen. Das verdeutlicht bereits, was hinsichtlich einer Rückbesinnung auf die Werte der Union gemeint ist: Der Ausstieg vom Ausstieg aus der Kernkraft.

Fakt ist: Die Kernkraft ist keine Brückentechnologie für erneuerbare Energien. Sie wird den notwendigen Umbau unserer Netze weiter ausbremsen. Die hohe Grundlast der fossilen und atomaren Kraftwerke würde letztendlich zulasten der Erzeugung aus Erneuerbaren gehen, da es für die Abschaltung weiterer fossiler Kraftwerke keine gesetzliche Grundlage gibt, bzw. einen weiteren milliardenschweren Entschädigungsplan für Kraftwerkbetreiber.  Auch gibt es keinen Plan für die Lagerung des hochgefährlichen Mülls, den wir 30.000 Generationen überlassen, ohne dass diese einen Nutzen hätten. Zurzeit wird der Müll in Castor Behältern in Neckarwestheim „zwischengelagert“ ohne einen konkreten Plan für eine Endlagerung. Wirtschaftlich gesehen ist die Atomkraft nicht mehr wettbewerbsfähig. Lediglich die schon abgeschriebenen Kraftwerke können mithalten, neue Kraftwerke können in den USA und GB nur noch mit staatlichen Subventionen gebaut werden. Ein weiteres Risiko ist die unzureichende Haftung für Störfälle.  So sind im Falle eines nuklearen Unfalls in Deutschland die Folgekosten nur bis zu einer Höhe von 2,5 Mrd. € im Rahmen der Haftpflicht versichert, darüber hinaus haften die Betreiber. Aus dem Unfall in Fukushima wissen wir jedoch, dass am Ende der Staat für die Entschädigung eines Unfalls einspringen muss, da die Betreiber dies wirtschaftlich nicht schultern können. Der Schaden des Unfalls in Fukushima wird auf über 150 Mrd. € geschätzt, ganz zu schweigen von den Folgen für die Gesundheit der Menschen und der Umwelt.

Wir brauchen jetzt Klarheit über den zukünftigen Weg beim Ausbau von Erneuerbaren Energien, intelligenten Stromnetzen, Speichertechnologien sowie der Wasserstoffproduktion. Ein Rückfall der Union, wie schon einmal in 2009, ist hierzu nicht hilfreich.

 

25.01.2020 in Ortsverein

Umweltministerin Schulze fordert Neuregelung der Subventionen

 

„Ich habe Verständnis für die Proteste. Viele unserer Landwirte stehen mit dem Rücken zur Wand. Bei 69 Cent für einen Liter Milch und Schleuderpreisen für Fleisch können es die Bauern kaum schaffen, gleichzeitig die Umwelt zu schützen, für sauberes Trinkwasser zu sorgen und die Artenvielfalt zu erhalten. Die Preise immer weiter zu drücken und gleichzeitig hohe Qualität und Umweltschutz zu verlangen, das geht einfach nicht.“ - so die Bundesumweltministerin (SPD),  am 18.1. im Deutschlandfunk. Sie fordert eine Neuorientierung der Subventionen: „Wir brauchen deswegen eine Art Gesellschaftsvertrag. Der muss sicherstellen, dass unsere Bauern ausreichend Geld bekommen – auch von der EU – damit sie die Erwartungen erfüllen können. Das heißt: Keine Subventionen für Flächenbesitz, sondern Förderung von Landschaftserhalt und artgerechter Tierhaltung. Für den Gesellschaftsvertrag müssen wir alle an einen Tisch holen: Landwirte, Umweltschützer, Verbraucher und den Handel. Nur im Dialog kommen wir aus der zugespitzten Lage wieder heraus“.

Die Aufforderung von Svenja Schulze zu handeln ist plausibel, denn genau der Stillstand in den letzten Jahren und die Blockadepolitik mancher Interessenvertreter haben zu dem Maßnahmenpaket geführt, gegen das die Landwirte diese Tage lautstark protestieren. Dieses Paket wird notgedrungen eingeführt, um drohende Strafzahlungen nach dem Urteil des europäischen Gerichtshofes zu vermeiden. Jahrelang wurde in der Politik unzureichend gehandelt und die Landwirte trifft jetzt die volle Last. Mit Recht sehen sie sich als die Leidtragenden der neuen Verordnungen. Wir benötigen schnell einen breiten gesellschaftlichen Konsens, in dem die Lasten auf mehr Schultern verteilt werden. Wir brauchen eine höhere Wertschätzung von Lebensmitteln, die auf artgerechte Tierhaltung und auf den Erhalt unserer Umwelt ausgerichtet ist. Eines ist Fakt: Das heutige System der Subventionierung kann das nicht leisten und setzt die falschen Anreize. Die Initiative von Svenja Schulze verdient daher unsere Unterstützung. Jetzt ist die Zeit zum Handeln!

 

25.01.2020 in Ortsverein

Libyen Konferenz in Berlin

 

Was für ein Ereignis. Deutschland hat eingeladen. Alle sind gekommen. Das ist für sich genommen ein außerordentliches, erfreuliches Ereignis.

Die Bundesrepublik Deutschland  ist über ihren aschgrauen, trüben Schatten gesprungen und hat es  gewagt, die Federführung zur Lösung in einer weltpolitisch außerordentlichen heiklen  Gemengelage anzubieten.

Alle Geladenen sind  in unsere Hauptstadt gereist. Den maßgebenden Vertretern der Großen Koalition ist dieser große Wurf gelungen. Endlich haben wir uns unter den Rockschößen unserer Verbündeten hervor gewagt und angeboten, die Erfahrungen aus unserer schuldverstrickten Geschichte als Faustpfand einer verständnisvollen und möglichst zielführenden Vermittlung in einem schier unlösbaren Knäuel sich widersprechender Erwartungen und Ziele einzubringen.

Wenn es denn überhaupt einen bedeutenden Grund für das Zustandekommen der Großen Koalition gibt, dann diesen mutigen, risikoreichen Schritt.

Liebes Heer der Besserwisser, haltet mal einen Moment inne und gebt denen eine Chance, die ihr Renommee, ihre Glaubwürdigkeit, ihr politisches Ansehen eingebracht und aufs Spiel gesetzt haben, um Deutschland endlich in die Position zu hieven, die es bisher aus Mutlosigkeit, ja Feigheit nicht bezogen hat. Und dies im Interesse der globalen Zukunft unserer Mutter Erde, nur an zweiter Stelle aus Eigennutz. Danke Angela MERKEL, danke Heiko MAAS.

Wolfgang Giesler

 

16.01.2020 in Ortsverein

Ist die Förderung der Windkraft „Planwirtschaft“?

 

Auf dem FDP Landesparteitag  in Fellbach kritisierte der FDP-Landeschef Michael Theurer die Pläne der Bundesregierung zur Förderung der Windenergie als „Planwirtschaft“. Aus Sicht der FDP greift der Staat zu sehr in das Leben der Menschen ein. Für die FDP müsse der Klimaschutz mehr auf ökonomische Anreize setzen. Private müssten einen Anreiz bekommen, in klimaschutzfreundliche Technologien Geld zu stecken. Aus Sicht der FDP schafft der Staat das nicht.

Die Absage der FDP-Delegierten an eine engagiertere Klimaschutzpolitik löst Kopfschütteln aus. Anstatt sich jetzt wirksam für eine Reduktion der CO2 Emissionen einzusetzen, baut die FDP reflexartig auf die Prinzipien des freien Marktes und des technischen Fortschritts. Dabei haben sich diese Prinzipien, wie beispielsweise der europäische Emissionshandel, bisher als unwirksam erwiesen. Der Vorschlag der FDP klingt für viele eher nach einem neuen Steuersparmodell für reiche Investoren und einer Subventionsspritze für Konzerne.

Unverständlich ist, dass die FDP die Subvention von erneuerbaren Energien als „Planwirtschaft“ bezeichnet, wohl wissend dass konventionelle Energieerzeugung aus Kernenergie oder Kohle viele Jahre lang staatlich initiiert und gefördert wurden, oft unter Regierungen mit liberaler Beteiligung. Fakt ist, ohne staatliche Subventionierung wäre die Kernenergie in Deutschland undenkbar gewesen.

Die FDP setzt auf den Glauben an einen technologischen Fortschritt, der den Klimaschutz mit steigendem Wohlstand verbindet. Das ist sicher eine attraktivere Vision, die FDP kann aber bisher nicht glaubhaft vermitteln, wodurch sich ihr Optimismus speist. Die deutsche Politik ist zwischenzeitlich gefordert mit Nachdruck und in den nötigen Dimensionen gegen den Klimawandel einzutreten und vorbildlich die international eingegangen Verpflichtungen zur Senkung von Emissionen zu leisten. Dafür ist ein Konsens der politischen Parteien hilfreich und die Verweigerungshaltung der FDP daher eher unverständlich.

 

16.01.2020 in Ortsverein

Warum ist eine Bonpflicht sinnvoll?

 

Seit dem Jahresbeginn 2020 gibt es eine Neuerung, die Einzelhändler verpflichten dem Kunden einen Kassenbon auszustellen. Das Gesetz wurde bereits im Dezember 2016 im Bundestag beschlossen und tritt jetzt in Kraft. Die Initiative zu dieser Pflicht kam aus den Bundesländern, denen es bei der effektiveren Bekämpfung von Steuerbetrug und Geldwäsche helfen soll. Möglich war es den Betrügern bisher mithilfe von manipulierten oder manipulierbaren Kassen, welche die Umsätze wahlweise klein rechnen, um Steuern zu sparen, oder auch Umsätze künstlich erhöhen, um Geld zu waschen. Jedes Jahr entgingen dem Staat, also uns Bürgerinnen und Bürgern, durch Steuerbetrug mit manipulierten Kassen zweistellige Milliardenbeträge. Wer die Steuer hinterzog, die Mitarbeiter schwarz beschäftigte und die  Lieferkette manipulierte, erschlich sich zudem noch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen ehrlichen Konkurrenten. Das verletzt unseren Sinn für Gerechtigkeit und Fairness. Mit der jetzt eingeführten Pflicht für manipulationssichere Kassen und dem Ausstellen eines Bons wird es diesen Betrügern erheblich schwerer gemacht.

Manche thematisieren jetzt Umweltaspekt durch die Kassenbons. Wir gehen natürlich davon aus, dass auch hinsichtlich der angebotenen Waren und ihrer Verpackungen eine ähnliche Sensibilität an den Tag gelegt wird, wie etwas bei Einwegbechern, unnötigen Aluverpackungen, nicht recyclefähigen  Verbundmaterialien, Plastiktüten, künstlichen Aromen, fair gehandelten Produkten und dem Tierwohl.

Die SPD steht, im Gegensatz zur Union, weiterhin zu der 2016 gemeinsam beschlossenen Bonpflicht. Der Kampf gegen Steuerbetrug und Geldwäsche ist Teil einer Verantwortung, die wir übernommen haben und ausfüllen. Wer auch immer jetzt die Einführung einer Bonpflicht medienwirksam für überflüssig hält, kann keine wirkungsvollen Alternativen anbieten. Fakt ist: wir handeln und stärken mit dem Gesetz Steuergerechtigkeit und Fairness im Einzelhandel.

 

07.12.2019 in Ortsverein

Baden-Württemberg steigt beim Nationalen Bildungsrat aus

 

Vor zwei Wochen erklärte Dr. Susanne Eisenmann den Ausstieg aus dem Nationalen Bildungsrat. Nach dem Austritt Bayerns folgte kurz darauf auch die Mitteilung aus Stuttgart. Das ist unverständlich, da Kulturministerin Eisenmann noch vor wenigen Monaten ein Deutsches Zentralabitur gefordert hat. Anstatt eines Dialogs entzieht sie sich nun dem Austausch mit den Kulturministern der anderen Länder in diesem Rat.  Dabei könnte Baden-Württemberg sehr wohl von anderen Bundesländern lernen. Vom ehemaligen „Spitzenschüler“ ist heute nur noch oberes Mittelmaß übrig geblieben. Der Abbau von Lehrerstellen und häufiger Unterrichtsausfall hinterlässt seine Spuren. Elternvertreter prüfen nun, ob sie vor Gericht das Recht auf Bildung für Schüler einklagen sollen. Mindestens elf Prozent der Stunden würden nicht wie geplant gehalten, so eine Umfrage der Elternvertreter. Ein Rechtsgutachten der Stuttgarter Kanzlei Wuertenberger sieht bei einem Unterrichtsausfall von über acht Prozent in den relevanten Prüfungsfächern für Gymnasiasten drei Jahre vor dem Abitur bereits einen Verstoß gegen die Verfassung. Die Elternvertreter fordern von der Politik mehr Geld und eine Aufstockung von Lehrerstellen.

Dr. Susanne Eisenmann geht einen anderen Weg. Schulleiter müssen zum Gespräch bei der Schulaufsicht kommen, wenn an ihren Schulen überdurchschnittlich viel Unterricht ausfällt. Dabei leisten die Schulleiter unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen ihr Bestes zur Sicherung des Unterrichts. Ihnen ist kein Vorwurf zu machen. Anstatt die Schulleiter unter Druck zu setzen sollte das Ministerium für vernünftige Lösungen sorgen.

Die SPD Baden-Württemberg bedauert den Ausstieg aus dem Nationalen Bildungsrat. Anstatt Probleme zu lösen und im Dialog mit anderen Bundesländern für mehr Fairness in Deutschland zu sorgen, setzt Dr. Susanne Eisenmann gemeinsam mit ihren Bayerischen Unionsfreunden auf medienwirksame Symbolpolitik. Das ist wahrlich kein Zeichen für einen Fortschritt in der Deutschen Bildungspolitik. 

 

01.12.2019 in Ortsverein

Ministerpräsident Kretschmann lehnt das Klimapaket ab

 

Ministerpräsident Kretschmann möchte das in Berlin beschlossene Klimapaket im Bundesrat stoppen. „Wir müssen jetzt wirksam handeln, um den Klimakollaps zu verhindern", sagte Kretschmann zur Begründung. Vielleicht der richtige Moment, um das „Handeln“ der Regierung Kretschmann näher zu beleuchten. In der Tat hat Baden-Württemberg in den letzten Jahren an Bedeutung bei erneuerbaren Energien gewonnen und konnte mittlerweile einen Spitzenplatz im Vergleich mit anderen Bundesländern einnehmen. Auf der anderen Seite ist in Baden-Württemberg der Anteil der Biomasse an dem Primärenergieverbrauch aus erneuerbaren Energieträgern enorm hoch. Etwa 68% des Verbrauchs aus erneuerbaren Primärenergien wurde aus Biomasse (Biogas, feste und flüssige biogene Stoffe, Bioabfällen und Klärschlamm) gewonnen. Solarenergie mit 13%, Wasserkraft mit 9% und Windkraft mit 4% haben einen deutlich schlechteren Anteil. Das ist insofern nachteilig, da der Anteil der Biomasse am Primärenergieverbrauch nicht beliebig gesteigert werden kann, um die Klimaziele nach dem Pariser Abkommen erreichen zu können. Auch ist Biomasse bedenklich, da dazu oft wertvolle Ackerfläche für den Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung benötigt wird, mit allen Nachteilen hinsichtlich Pestiziden, Dünger und Artensterben. Vernünftig wäre hingegen der Ausbau von Windkraftanlagen, Photovoltaik und smarten Stromnetzwerken. Leider ist das nicht immer so einfach. Eberstadt möchte gerne zwei Windkraftanlagen bauen. Bürgermeister Stephan Franczak (SPD) scheitert aber seit Jahren an einer Front aus Bürokratie und besorgten Bürgern.

Nun ist der nächste Krach in Stuttgart zwischen CDU und Grünen vorprogrammiert. Im Koalitionsvertrag des Landes wurde von Grünen und CDU ein Mindestabstand für Windräder von 1000 Meter angestrebt und so wird es seit zwei Jahren auch faktisch angewendet. Würde Ministerpräsident Kretschmann das Klimapaket nicht ablehnen, so müsste er die im Klimapaket mögliche landesspezifische Abstandregelung durch ein Landesgesetz festlegen und sich mit der CDU auf weniger als 1000 Meter einigen. Das war aber bereits 2016 in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU nicht möglich. Somit ist Ministerpräsident Kretschmann im eigenen Land das nicht gelungen, was er jetzt vom Bund fordert, eine sinnvolle Einigung mit der Union zum Ausbau der Windkraft.

 

23.11.2019 in Ortsverein

Einer von uns wurde geehrt

 

Hermann Harst bei der Willy-Brandt-Ehrung in Neckarsulm

Letzten Samstag wurde Hermann Harst für seine 50-jährige SPD Mitgliedschaft geehrt. Bernd Bordon, der Vorsitzende der SPD Heilbronn-Land, würdigte auf der ‚Willy-Brandt-Ehrung‘ in Neckarsulm, Mitglieder aus dem Kreis für ihre langjährige Mitgliedschaft und für ihren Einsatz in Gesellschaft und Partei. Hermann Harst trat 1969 in die Partei ein. Sein Zugpferd war der kürzlich verstorbene Erhard Eppler, einer der großen Visionäre der SPD. Hermann Harst engagierte sich seither leidenschaftlich im Ortsverein und im Kreistag. Bis 2014 gehörte er der SPD-Fraktion im Heilbronner Kreistag an und war 19 Jahre Mitglied des Regionalverbandes Heilbronn/Franken. Viele kennen das Beilsteiner Urgestein noch aus seiner Funktion als Hauptamts- und Ordnungsamtsleiter der Stadt, für die er 41 Jahre lang tätig war.

Auch der SPD Ortsverein Beilstein dankt Hermann für sein bisheriges Engagement in den guten und schlechten Zeiten sozialdemokratischer Politik. Seine kommunale Fachkompetenz ist immer eine wertvolle Unterstützung in der Umsetzung sozialdemokratischer Kommunalpolitik auf Gemeinde- und Kreisebene.

 

14.11.2019 in Ortsverein

Tierfutter mit Rohfleisch ist bedenklich

 

Eine aktuelle Studie der Universität Zürich kommt zu einem brisanten Ergebnis. In jeder zweiten untersuchten Probe von Hunde- und Katzenfutter mit Bestandteilen aus rohem Fleisch lassen sich multiresistente Bakterien nachweisen. Heute werden fleischfressenden Haustieren, vor allem Hunden, zunehmend Portionen aus rohem Fleisch, Schlachtnebenprodukten, Knochen und Zutaten wie Gemüse und Obst verfüttert. Mit dem sogenannten „Barfen“ wollen die Tierliebhaber eine möglichst biologisch, artgerechte Fütterung der Tiere durch Rohfleischzugabe erreichen. Die Wissenschaftler der Uni Zürich wollten mit der Studie klären, warum insbesondere bei Haustieren multiresistente Keime besonders häufig nachgewiesen werden können. Der Verdacht, dass diese Keime über das „Barfen“ übertragen werden, wird mit der Studie wahrscheinlicher. In über 60% der repräsentativen Proben aus dem Handel wurden sogenannte ESBL-bildende Bakterien gefunden. Diese Bakterien sind bedenklich, da sie sich nicht mehr mit gewöhnlichen Antibiotika bekämpfen lassen. „Barfen“ ist deshalb auch aus Sicht der Forschenden an der Uni Zürich ein bedeutender Risikofaktor für die Übertragung von antibiotikaresistenten Bakterien auf Mensch und Tier. Die Forscher raten denen, die auf das „Barfen“ bei ihren Tieren nicht verzichten wollen, vorsichtig mit dem Futter umzugehen und strikte Hygiene bei der Fütterung einzuhalten. Ob Hundehalter tatsächlich resistente Keime haben, die vom Hund übertragen wurden, will die Universität Zürich nun in einer Folgestudie untersuchen.

Einen anderen Weg zur Bekämpfung von multiresistenten Keimen hat der Bayrische Landtag in der letzten Woche beschlossen. Mit den Stimmen von CSU, der Freien Wähler und der GRÜNEN wurde eine Studie beauftragt, mit der die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln gegen multiresistente Keime erforscht werden soll. Für die Bayrische SPD steckt darin eine Abkehr von der Wissenschaft. Homöopathische Präparate basieren auf der „Vermutung von geistartigen Wirkungen“, die aus einer Zeit stammt, als Bakterien und Viren noch unbekannt waren. Es gibt bereits jede Menge Studien, die klar belegen, dass die Wirkung entsprechend überschaubar ist.

Während wie in Bayern wertvolle Zeit und Geld verschwendet wird um die Wirksamkeit von Mitteln wie Globuli gegen multiresistente Keime zu untersuchen, werden weiterhin Antibiotika unvernünftig in der Humanmedizin und in der Tiermast eingesetzt. Die Folgen sind eine Zunahme von multiresistenten Keimen, die uns und unsere Haustiere bedrohen.

 

14.11.2019 in Ortsverein

Herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl

 

Der SPD Ortsverein Beilstein gratuliert Bürgermeister Patrick Holl zu seiner Wiederwahl als Bürgermeister der Stadt Beilstein. Die Beilsteiner Bürger würdigten letzten Sonntag seinen bisherigen Einsatz für unsere Stadt mit über 90% Zustimmung und sprachen Bürgermeister Patrick Holl ihr Vertrauen für die kommenden 8 Jahre aus. Die SPD Beilstein möchte sich für die gute Zusammenarbeit in seiner bisherigen Amtszeit bedanken und wünscht ihm weiterhin viel Tatkraft für das verantwortungsvolle Amt.

 

Jens Schäfer - unser Mann für Stuttgart

Kreisverband Heilbronn- Land

SPD Heilbronn-Land

Josip Juratovic (MdB)

https://www.josip-juratovic.de/

Evelyne Gebhardt (MdEP)