Batterieforschung geht nach Münster

Veröffentlicht am 13.07.2019 in Ortsverein

Eine der größten Herausforderungen der Zukunft ist die Frage wie wir Energie speichern, um sie dann abzurufen zu können wenn wir sie benötigen. Das ist der Fall, wenn Sonne, Wind und Biomasse gerade nicht zur Verfügung stehen oder für mobile Antriebstechnik. Dazu brauchen wir auch leistungsfähige Batterien, die möglichst viel Energie ökonomisch vertretbar speichern können. Das ist bisher eine Domäne der Chinesen und nahezu alle Fabriken zur Produktion von Batterien stehen in China. Jetzt will die Bundesregierung in der Batterietechnologie im internationalen Wettbewerb aufholen und kurbelt die Forschung mit 500 Millionen Euro an. Aussichtsreichster Kandidat für den Forschungsstandort war, nach Meinung der vom Forschungsministerium eingesetzten Gründungskommission, der Standort Ulm. Das sah die Bundesforschungsministerin Karliczek nicht so, sie hat sich für den Standort Münster entschieden. Diese Entscheidung ist umstritten, da sie selbst aus der Nähe von Münster stammt. Ein Teil der Forschung soll sogar in Ibbenbüren angesiedelt werden, der Heimatstadt der Ministerin und für dessen Wahlkreis sie als Abgeordnete der CDU im Bundestag sitzt.

Die Vergabe des Forschungsstandorts für eine so wichtige Technologie nach Gutdünken einer Ministerin, zeigt das Versagen und die Versäumnisse in der Baden-Württembergischen Landesregierung. Wie konnten es Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zulassen, dass eine Ministerin in Berlin eine derart wichtige Entscheidung über den Standort der ‚grünen Zukunftstechnologie‘ nach zweifelhalten Gesichtspunkten treffen kann? Welches Gewicht hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Berlin, der vor ein paar Wochen nicht einmal zum ‚Autogipfel‘ nach Berlin eingeladen wurde? Welchen Plan B hat die Landesregierung für das Thema „Batterieforschung“, das für die Zukunft unserer Automobilindustrie im Ländle derart wichtig ist?

Das zeigt wieder, dass es nicht ausreicht über grüne Technologien zu reden, es muss auch gehandelt werden. Jahrelang hat Deutschland in der Batterieforschung gepennt, jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache. Aber leider starten wir erst mal mit politisch motivierten und zweifelhaften Standortentscheidungen.

 

Kreisverband Heilbronn- Land

Dafür trete ich ein

Evelyne Gebhardt (MdEP)