Tierfutter mit Rohfleisch ist bedenklich

Veröffentlicht am 14.11.2019 in Ortsverein

Eine aktuelle Studie der Universität Zürich kommt zu einem brisanten Ergebnis. In jeder zweiten untersuchten Probe von Hunde- und Katzenfutter mit Bestandteilen aus rohem Fleisch lassen sich multiresistente Bakterien nachweisen. Heute werden fleischfressenden Haustieren, vor allem Hunden, zunehmend Portionen aus rohem Fleisch, Schlachtnebenprodukten, Knochen und Zutaten wie Gemüse und Obst verfüttert. Mit dem sogenannten „Barfen“ wollen die Tierliebhaber eine möglichst biologisch, artgerechte Fütterung der Tiere durch Rohfleischzugabe erreichen. Die Wissenschaftler der Uni Zürich wollten mit der Studie klären, warum insbesondere bei Haustieren multiresistente Keime besonders häufig nachgewiesen werden können. Der Verdacht, dass diese Keime über das „Barfen“ übertragen werden, wird mit der Studie wahrscheinlicher. In über 60% der repräsentativen Proben aus dem Handel wurden sogenannte ESBL-bildende Bakterien gefunden. Diese Bakterien sind bedenklich, da sie sich nicht mehr mit gewöhnlichen Antibiotika bekämpfen lassen. „Barfen“ ist deshalb auch aus Sicht der Forschenden an der Uni Zürich ein bedeutender Risikofaktor für die Übertragung von antibiotikaresistenten Bakterien auf Mensch und Tier. Die Forscher raten denen, die auf das „Barfen“ bei ihren Tieren nicht verzichten wollen, vorsichtig mit dem Futter umzugehen und strikte Hygiene bei der Fütterung einzuhalten. Ob Hundehalter tatsächlich resistente Keime haben, die vom Hund übertragen wurden, will die Universität Zürich nun in einer Folgestudie untersuchen.

Einen anderen Weg zur Bekämpfung von multiresistenten Keimen hat der Bayrische Landtag in der letzten Woche beschlossen. Mit den Stimmen von CSU, der Freien Wähler und der GRÜNEN wurde eine Studie beauftragt, mit der die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln gegen multiresistente Keime erforscht werden soll. Für die Bayrische SPD steckt darin eine Abkehr von der Wissenschaft. Homöopathische Präparate basieren auf der „Vermutung von geistartigen Wirkungen“, die aus einer Zeit stammt, als Bakterien und Viren noch unbekannt waren. Es gibt bereits jede Menge Studien, die klar belegen, dass die Wirkung entsprechend überschaubar ist.

Während wie in Bayern wertvolle Zeit und Geld verschwendet wird um die Wirksamkeit von Mitteln wie Globuli gegen multiresistente Keime zu untersuchen, werden weiterhin Antibiotika unvernünftig in der Humanmedizin und in der Tiermast eingesetzt. Die Folgen sind eine Zunahme von multiresistenten Keimen, die uns und unsere Haustiere bedrohen.

 

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