Wir können alles außer Hochdeutsch?

Veröffentlicht am 02.02.2019 in Ortsverein

In vielen Bundesländern ist die Kinderbetreuung bereits ganz oder teilweise kostenfrei, andere planen jetzt den Einstieg in die Beitragsfreiheit. Darunter ist auch seit August 2018 das CDU geführte Hessen, wo Eltern ihre Kinder bis zu 6 Stunden kostenfrei in eine Einrichtung bringen können. In Baden-Württemberg scheint das partout nicht möglich zu sein? Dabei gehört Baden-Württemberg doch zu einer der reichsten Regionen in Europa, die Konjunktur brummt und die Steuereinnahmen sprudeln. Aus dem Gute-KiTa-Gesetz kommen weitere 720 Mio Euro vom Bund in den Landeshaushalt dazu. An Geld für unsere Kinder sollte es eigentlich nicht mangeln.

Gerade in BaWü ist die Bandbreite der Anteile durch Kinderbetreuungskosten so gravierend, manche Haushalte geben 15,5 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Kitagebühr aus, andere nur 1,8 Prozent. Das ist ungerecht und verzerrt die Chancengleichheit der Kinder. Gerade Familien mit geringem Einkommen müssen die Gebühren dann an anderer Stelle schmerzlich einsparen. Natürlich können Familien staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen, aber wer geht schon gerne auf Amt. Oft werden daher Sozialleistungen für Kinder nicht in Anspruch genommen (nach Schätzung des DKSB liegt die Dunkelziffer bei 1,4 Millionen anspruchsberechtigten Kindern). Und bei steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten müssen oft bereits Familien mit mittlerem Einkommen auf jeden Cent schauen. Kinder sind nicht ohne Grund das größte Armutsrisiko in Deutschland (bei Alleinerziehenden liegt das Risiko laut einer Studie der Uni Bochum sogar bei 68 Prozent).

Wir glauben, dass auch in BaWü ein Einstieg in die Beitragsfreiheit für Kinderbetreuung möglich ist, ohne dass die Qualität der Betreuung leidet. Kitagebühren zwischen 200 und 800 € sind wie eine Familiensteuer die zu ungleichen Chancen von Kindern führt. Da die Kulturministerin Dr. Eisenmann (CDU) kein schlüssiges Konzept anbietet und die Grünen in den Koalitionsverhandlung der Ministerin selbst die Mittel für den Kinderbildungspass nicht bewilligt haben, wollen wir auf das Mittel eines Volksbegehrens zurückgreifen. Wir halten es für notwendig, dass dieses wichtige Thema durch das Volk entschieden wird und bitten um Ihre Unterstützung. Stillstand ist keine Option.

P.S.: Die CDU hat auf dem 39. Landesparteitag den „Einstieg in die Beitragsfreiheit“ beschlossen und im Wahlprogramm 2016 mit einem „beitragsfreien und verpflichtenden letzten Kindergartenjahr“ geworben. Wir würden uns freuen, wenn die CDU zu dieser Linie zurückfinden würde.

 

Kreisverband Heilbronn- Land

Dafür trete ich ein

Evelyne Gebhardt (MdEP)