Die Corona Krise geht in die Verlängerung

Veröffentlicht am 11.12.2020 in Ortsverein

Deutschland hat die letzten Jahre gut gewirtschaftet und durch die solide Haushaltspolitik stehen Deutschland so viele Mittel zur Bewältigung der Corona Krise zur Verfügung wie kaum einem anderen Land in Europa. Damit das so bleibt, plant Finanzminister und Kanzlerkandidat der SPD Olaf Scholz für 2021 die Aufnahme weiterer Schulden von über 160 Milliarden Euro. Ob das reichen wird, ist nun vom weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens abhängig. Bundeskanzlerin Merkel hat schon mal vorsichtig angedeutet, dass die Mittel des Bundes nicht endlos sind. Geht es nach dem COVID-19 Simulator im Internet, so werden wir erst Ende März unter die Inzidenz von 50 fallen, wenn wir mit dem Lockdown Light so weitermachen (Weihnachten und Silvester noch nicht eingerechnet). Die Bewältigung der Krise scheint wie Luftanhalten zu sein, am Anfang ist es noch leicht, aber zum Ende wird es immer schwieriger durchzuhalten. Daher mehren sich die Stimmen, die nach dem Vorbild vieler asiatischer Länder, einen härteren Lockdown befürworten, um dafür schneller zum Alltag zurückkehren zu können. 

Jedoch ausschlaggebender für den Erfolg von Maßnahmen ist, dass alle Bürger mitziehen. Der Lockdown Light hat bisher nicht, wie gehofft, zur Reduktion der Kontakte um 75% geführt, sondern nicht einmal die Hälfte erreicht. Daher verharren wir weiter auf einem hohen Niveau von Neuansteckungen. Es finden immer noch viel zu viele Kontakte statt, die es dem Corona Virus ermöglichen sich weiter auszubreiten.  Nur, somit ziehen sich die schmerzhaften Beschränkungen immer mehr in die Länge.

Enttäuschend ist das Verhalten einer demokratischen Oppositionspartei im Bundestag. Während ihr Fraktionsführer im April die Masken noch als „mittelalterlich“ abgetan hat, werden sie nun zum Allheilmittel beim Schutz volatiler Bevölkerungsgruppen. Die Vorschläge, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu isolieren, könnten aber von vielen als falsches Signal verstanden werden. Denn Corona ist nicht nur ein Problem für die Bewohner von Altersheimen, sondern betrifft die ganze Bevölkerung. Zur Risikogruppe, also den besonders gefährdeten Menschen, gehören laut RKI 30 - 40% der Bevölkerung, also etwa 27 Millionen Menschen. Diese zu isolieren, mit Taxigutscheinen und FFP2 Masken zu versorgen, ist ein unmögliches Unterfangen. Und auch beim Rest verläuft COVID-19 oft nicht so mild, wie oft suggeriert. Wer verantwortungsvolle Oppositionspolitik machen möchte, der sollte sich auch über Wirkungen im Klaren sein. Zum „Querdenken“ war im Sommer, bei geringen Infektionsgeschehen, genügend Zeit. Aber jetzt, inmitten der größten Krise seit der Gründung der Bundesrepublik, die das Leben vieler Mitbürger und unseren Wohlstand gefährdet, sollten alle demokratischen Parteien an einem Strang ziehen. Das Signal der Politik an die Bürger sollte sein, dass es bis zu einem Impfstoff nur ein wirksames Mittel gegen COVID-19 gibt, und das ist die Reduktion der Ansteckungswege. Neben den Hygienemaßnahmen bedeutet dies nun einmal die Reduktion von Kontakten, und zwar für alle Altersgruppen. Denn das Corona Virus ist beim Alter seines Wirtes nicht wählerisch, es nimmt alles, was ihm angeboten wird, um sich zu verbreiten.

 

Thomas Utz - unser Mann für Berlin

Foto: Holm Wolschendorf

Kreisverband Heilbronn- Land

SPD Heilbronn-Land

Josip Juratovic (MdB)

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Evelyne Gebhardt (MdEP)