In unsere Böden gehören keine Kunststoffe

Veröffentlicht am 30.10.2019 in Ortsverein

Seit ein paar Jahren beschäftigt uns das Phänomen „Mikroplastik“ und „Nanoplastik“. Nicht nur in den Tiefen der Weltmeere können wir diese kleinsten Plastikteile finden, sondern auch in unseren Böden. Neuste Untersuchungen weisen sogar darauf hin, dass sich in unseren Böden bis zu 20-mal mehr Plastikteilchen befinden als im Meer. Das Fraunhofer-Institut UMSICHT in Oberhausen benennt auch die Hauptursachen: Abrieb von Autoreifen, Verluste bei der Abfallentsorgung und Kunststoffe im Biomüll, aber auch Granulate von Kunstrasenplätzen, die in die Landschaft verwehen. Über die Nahrungskette kann dieses Plastik dann in unseren Körper gelangen. Forscher der Gastroenterologie an der Universität in Wien haben in Stuhlproben bis zu 20 Plastikteile pro 10g gefunden. Anlass der Forschung sind unerklärlichen Entzündungen im Darm ihrer Patienten. Ob es einen Zusammenhang gibt, wird jetzt untersucht. Das zeigt, dass die Forschung über Nano -und Mikroplastik noch in den Kinderschuhen steckt. Klar ist nur eines: Plastik hat in der Natur und in unserem Körper nichts verloren. Das müssen wir vermeiden.

Was können wir tun? Unser Biomüll ist ein wertvoller Rohstoff, der zu Kompost verarbeitet, gerne auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen eingebracht wird. Daher ist die Verunreinigung des Bioabfalls mit Kunststoffen wie Plastiktüten, Becher, Folien, Windeln oder Kunststoff-Teebeuteln dringend zu vermeiden. In die Biomülltonne gehören keine Kunststoffe!

Was kann die Politik tun? Die Müllentsorgungsunternehmen müssen Verstöße sanktionieren. Wer seinen Biomüll verunreinigt bereitstellt, soll mit einer Aufklärung verwarnt werden („Gelbe Karte“). Wer dennoch keine Einsicht zeigt, der soll zur Rechenschaft gezogen werden („Rote Karte“). Kunststoff im Biomüll ist kein Kavaliersdelikt. Des Weiteren müssen die Grenzwerte in der Bioabfallverordnung für Kunststoffe gesenkt werden. Bei 0,1 Massenprozent Obergrenze in der Trockensubstanz gelangt in Summe immer noch viel zu viel Kunststoff in die Natur. Und dem Kunstrasen droht jetzt schon das „Aus“. Die EU prüft zurzeit, wie die Ausbringung von Mikroplastik in die Umwelt verringert werden kann. Eine Entscheidung wird nächstes Jahr erwartet.

 

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