Viele Lehrer fürchten wieder die Arbeitslosigkeit

Veröffentlicht am 22.06.2019 in Ortsverein

Baden-Württemberg belegt, wie jedes Jahr, die Spitzenposition in Deutschland beim ‚Hire-and-Fire‘ von Lehrern. 2018 waren ca. 1.800 Lehrer betroffen, etwa dreimal so viele wie beim Zweitplatzierten Bayern. Dadurch spart das Land Baden-Württemberg nach Angaben des Kultusministeriums ca. 20 Mio Euro. Für die betroffenen Lehrer bedeutet dies oft den Bezug von Hartz IV Bezügen, da sie nie mehr als zehneinhalb Monate in die Arbeitslosenversicherung einzahlen können. Einige der betroffenen Lehrer halten sich dann mit Ferienjobs finanziell über Wasser. Das Ministerium von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) begründet gegenüber dem SWR die Praxis mit dem Hinweis, „dass befristete Verträge geschlossen würden, um zum Beispiel auf Krankheiten und Ausfälle wegen Schwangerschaften reagieren zu können“.

Es ist skandalös, dass Lehrern die berufliche Perspektive genommen wird, alleinig um Kosten auf die Sozialversicherungskassen abzuwälzen. Wer sich als Lehrer in einem Ferienjob wiederfindet, vielleicht sogar nebst seinen Schülern, der überlegt sich, ob dies ihm eine langfristige Perspektive bieten kann. Dabei hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor kurzem erst einen erhöhten Bedarf von 10.600 Lehrern für 2030 festgestellt. Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Land jahrelang Lehrer ausbildet, um sie dann an die Privatwirtschaft zu verlieren.

Die SPD fordert einen Bildungsaufbruch mit einem Anspruch auf den lebenslangen Zugang zu Bildung. Erst faire Bildungschancen ermöglichen jedem, ungeachtet seiner sozialen Herkunft, seines Geschlechts oder seiner Ethnie, seine Potentiale voll zu entfalten. Bildung ist das Kapital unseres Landes und unseres Wohlstandes. Und dazu brauchen wir eine vernünftige Bildungspolitik in diesem Lande und vor allem einen fairen Umgang mit unseren Lehrkräften.

 

Kreisverband Heilbronn- Land

Dafür trete ich ein

Evelyne Gebhardt (MdEP)