Auch der Sport ist bunt

Veröffentlicht am 01.07.2021 in Ortsverein

Als 2016 der ehemalige Nationalspieler Jerome Boateng vom damaligen AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland beleidigt wurde, griff der DFB ein und verurteilte die „politischen Parolen“ der AfD. Der DFB wollte damit zeigen, dass er es mit der Vielfalt im Sport ernst meint, und sich gegen die Diskriminierung von Menschen mit anderer Hautfarbe, Religion, oder sexueller Orientierung wehrt. Der DFB ging damit keinem politischen Diskurs aus dem Weg und schreibt heute noch auf seiner Webseite, dass er sich dem „erstarkenden Rechtspopulismus“ entgegenstellen will. Für den DFB ist der Sport demnach kein Politik-freier Raum, in dem Diskriminierung geduldet wird.

Auch die UEFA steht unmissverständlich zur Vielfalt im Sport. 2017 startete sie eine Kampagne „UEFA RESPECT“, mit der sie „Inklusion, Vielfalt und Barrierefreiheit im europäischen Fußball“ fördern möchte. Das ist nicht nur einfach eine Wertevorstellung, sondern auch ein klares Zeichen an Staaten, die Diskriminierung tolerieren oder gar fördern. So hätte es der UEFA auch gut gestanden, die Beleuchtung der Allianz Arena in München mit den Regenbogenfarben zuzulassen. Die Farben des Regenbogens stehen symbolisch für die Vielfalt in einer Gesellschaft, sie gelten als Zeichen der Toleranz, und in zahlreichen Kulturen weltweit stehen sie für Aufbruch, Veränderung und Frieden. Diese Farben verdeutlichen damit genau das Gegenteil von Autokratien, in denen die Menschen nur an eine Farbe, wie Schwarz, Braun, oder neuerdings auch Blau glauben sollen. Das versteht die UEFA auch, und nutzt mittlerweile diese Farben in ihrem Emblem.

Der Beitrag der CDU Beilstein im letzten Mitteilungsblatt trifft in zweierlei Hinsicht nicht den Kern dieser Diskussion. Zum einen liegt die CDU falsch, wenn sie glaubt hinter Vielfalt und Antidiskriminierung stehe nur eine Minderheit in Deutschland. Der Blick auf viele Sportvereine zeigt zudem deutlich, dass es in den meisten Vereinen auch so gelebt wird. Zum anderen zeigt der Sport, wie im Fall der AfD, oft genug klare Kante gegen Diskriminierungen und Hetze, und lässt sich dabei keineswegs politisch vereinnahmen. Die Beleuchtung der Allianz Arena mit Regenbogenfarben hätte zu 100% den von der UEFA und vom DFB selbst gesetzten Wertekanon getroffen, und das haben diese Verbände auch nie bestritten. Jetzt daraus einen Bezug zur Vereinnahmung des Sports im Dritten Reich herzustellen ist absolut absurd. Auf der anderen Seite fürchten Autokraten wie Victor Orban nichts mehr als ein buntes und vielfältiges Leben, und Menschen, die gegen Diskriminierung und für ein selbstbestimmtes Leben eintreten. Man bekommt den Eindruck, die CDU Beilstein würde immer noch viel mit den ungarischen Konservativen der „Fidesz“ verbinden, die erst vor Kurzen aus der gemeinsamen Fraktion im Europaparlament ausgetreten ist.

 

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