Es ist ruhig geworden um die Schozach

Veröffentlicht am 19.04.2019 in Ortsverein

Es ist ruhig geworden um den Chemie Unfall, der ein massenhaftes Fischsterben in der Schozach ausgelöst hat. Die Behörden haben entwarnt und Tiere dürfen wieder aus der Schozach getränkt werden. Doch es bleiben viele Fragen offen. Wie konnte dies geschehen? Warum führt ein einfacher Unfall in einer Spedition zu solch einer Umweltkatastrophe? Wie will man so was in Zukunft verhindern? Dabei hat die Gemeinde Ilsfeld in den letzten Jahren viel Energie in den „Lebensraum Bach“ gesteckt. Sie war stolz auf den Reichtum an Wasserbewohnern in ihrem Abschnitt.

Es gab Zeiten, da hätte solch ein Fall die Grünen auf den Plan gerufen. Das Thema ‚Natur‘ steckt in ihrem Genom und in ihrem Namen. Aber ob mit Bauschutt versetzte Waldwege in Beilstein, ein mit Castoren aus Philippsburg gefülltes „Zwischenlager“ in Neckarwestheim, eine hohe Nitratbelastung im Wasser der Landeswasserversorgung oder der Bau des Bahnhofs S21, der aus dem Ruder läuft - um die Bewegung der Grünen ist es ruhig geworden. Die Initiative gegen Umweltbelastungen in den Städten lässt sie sich von der Deutschen Umwelthilfe und den Gerichten abnehmen. Und gerade mussten die Grünen im Landtag dann noch einen faulen Kompromiss mit der CDU zur Energiewende eingehen. Da scheint nicht mehr viel ‚Grün‘ in der Grünen Hülle zu stecken.

Die Reaktion der Grünen im Land fiel entsprechend flach aus. Der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Bernd Murschel sieht das Versagen beim Bund. Der Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) will erst mal analysieren und dann Maßnahmen zum Wiederaufbau des Ökosystems treffen. Der NABU geht da schon weiter und fordert, dass Gewerbe mit wasserschädigenden Chemikalien sich nicht an Bächen und Flüssen ansiedeln darf und fordert effektivere Kontrollen. Der Umweltverband BUND zieht Parallelen zum Unglück der Jagst im Jahre 2015 und rechnet nicht mit einer schnellen Erholung. Auch er fordert schärfere Kontrollen. „An der Schozach sind noch nicht einmal die bestehenden Mängel systematisch erfasst.“, so Jürgen Hellgardt, Regionalvorsitzender des BUND gegenüber der STIMME. “Um die Wiederherstellung des Ökosystems in dem Fluss mit den richtigen Maßnahmen zu unterstützen, müsse der längst überfällige qualifizierte Gewässerentwicklungsplan erarbeitet werden.“

Es wird Zeit zu handeln, dass sich Unfälle wie 2015 in der Jagst und 2019 in der Schozach nicht wiederholen können.

 

Kreisverband Heilbronn- Land

Dafür trete ich ein

Evelyne Gebhardt (MdEP)